Full text : Die Regelung der Zuckerbesteuerung auf statistischen Grundlagen

die  Staatsaufküufte  ihren  Antheil  genommen?  Die  Verhältnisse
verlangen,  daß  diese  Frage  mit  Sorgfalt  beantwortet  werde,  denn
mit  der  Entzuckerung  der  Melasse  ist  ein  ganz  neuer  Betrieb  in
das  Produktionsgebiet  der  Zuckerindustrie  hineingcdrnngcn,  der
zum  Theil  gesondert  voll  der  eigentlichen  Rübeilzuckerfabrikation,
zum  Theil  in  Verbindung  mit  ihr  zur  Thätigkeit  gelangt,  in
einer  sehr  großen  Zahl  von  Fabrikeil  aber  überhaupt  keinen
Eingang  gefunden  hat.  Wollte  inan  da  in  einem  Universalmittel
die  Abhülfe  suchen,  sei  dieses  nun  eine  Erhöhung  der  Rübensteuer, ­
  oder  eine  Herabminderung  der  Erportbonisicationcn,  so
würde  vlan  damit  dem  Einen  Theil  für  die  Sünden  der  Anderen ­
  eine  Buße  auferlegen,  diese  Anderen  aber  ebenfalls  sehr
ungleich  treffen.  Es  siild  aber  ilicht  alleiil  Rücksichten  der  Gerechtigkeit ­
  und  Billigkeit,  die  zll  gesonderter  Prüfung  dieser  verschiedenen ­
  Einwirkungen  drängen,  sondern  alich  die  eigensten  Intelessen
  von  Staat  und  Gesellschaft  machen  es  zll  einem  gebieterischen
  Erforderniß.  Bei  der  bcbciitcnbcn  Höhe  des  Mancos
würde  eilte  ausreichende  Herabsetzung  der  Steuerrückvergütlingcn
oder  eine  Erhöhullg  der  Rübensteuer  eine  so  bedeutende  sein
müssen,  daß  eine  große  Zahl  der  Zuckerfabriken  ben  dadurch  an
sie  herantretenden  Anforderungen  llicht  zll  genügen  verinöchte  iinb
darum  ihre  befruchtende  Thätigkeit  einzustellen  gezwuilgen  wäre.
In  dieser  gesonderten  Prüfung  liegt  aber  bei  der  Verworrenheit ­
  der  Verhältnisse  eine  besonders  schwierige  Aufgabe.  Dell  ver
schiedenen  Einfluß  dieser  Factoreil  alls  die  Zlillahme  des  Zucker
gewinns  aus  dell  verarbeiteten  Rüben  zu  ergrüildcil,  bieten  sich
nur  zwei  Wege  dar.  Der  Eine  ist  die  Schätzung,  drirch  die  man
soivühl  den  heutigen  Grad  der  Ausbeute  durch  Diffllsion,  mie
auch  die  Ergebnisse  der  Melasseentzllckeruilg  festzustellen  sucht,
der  Andere  die  Bercchnling  aus  ben  Resultaten,  wie  sie  in  verschiedenen ­
  Zeitabschnitten  aus  der  Statistik  der  Zuckerbcstcueruilg
hervorgehen.  Der  erstere  Weg  ist  ein  außerordentlich  unzuverlässiger, ­
  weil  bei  der  Verwickelung  der  Verhältniße,  insofern  ein  Theil
der  Fabriken  mit,  ein  anderer  ohne  Melaffeeiltzuckerung  arbeitet,
die  Schätzung  immer  nur  einzelne  Theile,  niemals  die  Gesammt
heit,  lind  stets  nur  einen  beschränkten  Zeitraum  zu  ergreifen
            
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