152
sondem entspringt größtenteils aus ihr. Abgesehen davon, daß
es den Unterschied zwischen den Produktionspreisen verschie
dener Länder ausbeutet . . . bringen es jene Produktionsweisen
mit sich, daß das Kaufmannskapital sich einen überwiegenden
l eil des Mehrproduktes aneignet.“*)
III.
Zugleich mit dem Warenaustausch, dem Handel mit aus
wärtigen Produkten, der noch eine geringe Rolle spielt, ent
wickelt sich aber auch der Austausch von Produkten innerhalb
der Gemeinde, wo der Arbeitswert als Maß des Wertes gilt.
Nach Engels gilt „das Marxsche Wertgesetz allgemein, so
weit überhaupt ökonomische Gesetze gelten, für die ganze Periode
der einfachen Warenproduktion, also bis zur Zeit, wo diese durch
den Eintritt der kapitalistischen Produktionsform eine Modi
fikation erfährt. Bis dahin gravitieren die Preise nach den durch
das Marxsche Gesetz bestimmten Werten und oszillieren um
diese Werte, so daß, je voller die einfache Warenproduktion zur
Entfaltung kommt, desto mehr die Durchschnittspreise längerer,
nicht durch äußere gewaltsame Störungen unterbrochener
Perioden innerhalb der Vernachlässigungsgrenzen mit den Wer
ten zusammenfallen. Das Marxsche Wertgesetz hat also öko
nomisch allgemeine Gültigkeit für eine Zeitdauer, die vom
Anfang des die Produkte in Waren verwandelnden Austausches
bis ins 15. Jahrhundert unserer Zeitrechnung dauert . . .“ (Neue
Zeit 1895, S. 39.)
Die Wirtschaftshistoriker, die sich auf die Tatsache stützten,
daß die Kaufleute im Alterum und im Mittelalter die Waren über
ihrem Wert verkauften, erwiderten Engels, daß die Waren gerade
zu dieser Zeit nicht nach ihrem Werte ausgetauscht wurden, daß
die städtischen Handwerker bestrebt waren, durch Taxen die
Warenpreise künstlich hoch zu halten, und daß die Städter durch
ähnliche Mittel die Preise der landwirtschaftlichen Produkte
herabdrückten. Daraus folgt aber noch keineswegs, daß die
Tauschverhältnisse nicht durch die Arbeit reguliert wurden.
*) „Kapital“, Bd. III, 1 S. 314-315.