Full text : Die Sonneberger Spielwaaren-Hausindustrie und ihr Handel

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erst  gegen  Mitte  des  Jahres  als  Novität  zu  Markt,  in  Australien  erst  zu
Ende  des  Jahres,  —  in  Folge  der  längeren  Transportzeit.
Weil  die  Bevölkerung  der  Erde  zum  weitaus  größten  Theil  arme,
gering  bemittelte  und  uncivilisirte  Menschen  in  sich  schließt,  so  erfordert  der
Welthandel  zu  deren  Versorgung  eine  entsprechende  große  Mehrzahl
von  Waaren  billigster  Herstellung,  die,  flüchtig  gearbeitet,  selbstverständlich ­
  nur  von  geringer  und  geringster  Qualität  sein  können?)
Industrie  und  Handel,  der  Menschheit  bereitwillige  Diener,  haben
allezeit  genau  nach  den  Bedürfnissen  der  Consumenten  und  ihren
Ansprüchen  sich  zu  richten,  und  je  gründlicher  sie  dies  thun,  desto  mehr
fördern  sie  ihr  eigenes  und  gemeinschaftliches  Interesse.
Besonders  leicht  fällt  es  der  Production,  den  Welthandel  mit  ordinären
Erzeugnissen  zu  versorgen,  und  zwar  um  so  leichter,  je  ordinärer,  geistloser  der
Handel  sie  verlangt,  denn  um  so  rascher  kann  sich  der  Fabrikant  billige
Hülsskräste  dazu  heranziehen.  Um  so  früher  und  zahlreicher  erwächst  freilich
auch  die  Concurreuz  den  Produzenten  ans  jenen  Lehr-  und  Hülfskräften,
die  ganz  in  dem  Verhältnisse  sich  vermehrt,  wie  die  Nachfrage  nach  ihren
Erzeugnissen  im  Handel  steigt.  Der  massenhafte  Bedarf  und  der  regelmäßige ­
  Absatz  solcher  Waaren  für  die  untersten  Volksclassen  veranlaßt  wohl
einen  Theil  des  Handelsstandes,  Geschäfte  damit  zu  treiben,  ein  anderer
Theil  jedoch  befaßt  sich  nur  mit  besseren  Waareu  und  soweit  er  solche  von
seiner  heimathlichen  Industrie  nicht  geliefert  erhält,  bezieht  er  sie  von
auswärtigen  Fabriken.
Jede  Handelsstockung  bewirkt  alsbald  das  Angebot  der  niederen
Arbeiterclassen,  weil  deren  Existenz  ununterbrochene  Arbeit  und  regelmäßigen
Absatz  erheischt.  Durch  diese  Angebote  werden  ausschließlich  die  Kaufleute
in  den  Stand  gesetzt,  die  Fabrikate  nach  ihrem  Werthe  zu  prüfen,  nach  den
Preisen  sie  zu  vergleichen,  qualitativ  gegenseitig  sie  abzuwägen  und  die
Preise  zu  nor  mir  en.  Indem  so  der  Kaufmann  die  erforderlichen
Waarenkenntnisse  sich  aneignet,  die  bei  seinen  Bestellungen  überhaupt
*)  Privatstatistische  Ermittelungen  des  Consums  Sonneberger  Spielwaaren  in
Deutschland  und  in  England  ergaben,  daß  von  hundert  Stück  Spielsachen  70  auf  ordinäre, ­
  25  auf  mittlere  und  5  auf  feine  Sorten  entfallen.  Andere  Länder,  welche  der,
Eingangszoll  auf  Spielwaaren  nach  dem  Gewicht  derselben  erheben,  können  nicht  in
Vergleich  gezogen  werden,  da  sie  die  Einfuhr  ordinärer  Spielwaaren  meist  fast  unmöglich ­
  machen.
            
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