Metadata: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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IIl. Die Ausgaben der öffentlichen Verwaltung im Deutschen Reich 
für die Rechnungsjahre 1913/14, 1925/26.1926/27 und 1927/28 
Die finanzwirtschaftliche Auswirkung der gesamten öffentlichen Verwaltungstätigkeit 
‚Reich, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände) kommt nach folgenden Gesichtspunkten 
Sezliedert zur Darstellung: Ausgangspunkt der Untersuchung sind die Ausgaben, die 
den Gebietskörperschaften in Ausführung der ihnen obliegenden Aufgaben entstehen. 
Die Ausgaben werden gegeben für jedes Aufgabengebiet nach Ausgabearten (persönliche 
Ausgaben, sächliche Ausgaben usw.). Die Summe der Ausgabearten ergibt nach Ausschaltung 
der Doppelzählungen die Bereinigten Ausgaben, die nach Absetzung der Einnahmen aus den 
Verrechnungen mit außenstehenden Gebietskörperschaften den Reinen Finanzbedarf bilden. 
Der Reine Finanzbedarf wird bei den Untersuchungen der Ausgaben in den Vordergrund 
'Teten, da dieser finanzwirtschaftliche Begriff den Bedarf der Gebietskörperschaften an 
“genen Mitteln darstellt. Diese eigenen Mittel sind in erster Linie die Speziellen Deckungs- 
Mittel, d.h. die bei den einzelnen Aufgabengebieten für spezielle Leistungen eingehenden 
“genen Einnahmen (Gebühren, Beiträge, Rückerstattungen, Miet- und Zinseinnahmen 
2, dgl), Einnahmen aus Fondsentnahmen, Grundstücksverkäufen, Schuldenaufnahme usw. 
Der nach Abzug der Speziellen Deckungsmittel vom Reinen Finanzbedarf verbleibende 
“ngedeckte Rest ist der Zuschußbedarf des betreffenden Aufgabengebietes. 
Die Summe des Zuschußbedarfs der einzelnen Aufgabengebiete bildet den Gesamt- 
“uschußbedarf, der durch Allgemeine Deckungsmittel seine Befriedigung findet. Die All- 
5°Mmeinen Deckungsmittel stehen also in keiner unmittelbaren Beziehung zu den einzelnen 
Aufgabengebieten, sondern treten dem Bedarf der Gesamtheit der Aufgabengebiete (Gesamt- 
“üschußbedarf) als Deckungsmittel gegenüber. 
. Unter den Allgemeinen Deckungsmitteln werden verstanden die Einnahmen aus 
Steuern und Zöllen, ferner die Erträge aus dem Erwerbsvermögen, d. h. aus dem Allgemeinen 
ünd- und Kapitalvermögen sowie den Unternehmungen und Betrieben?). 
Der Aufbau und die Gliederung des Zahlenmaterials basiert auf der Einzelschrift Nr. 10: 
Die Ausgaben und Einnahmen der öffentlichen Verwaltung im Deutschen Reich für die 
Sochnungsjahre 1913/14, 1925/26 und 1926/27«, Dieses Quellenwerk der Reichsfinanzstatistik 
et die Finanzwirtschaft der gesamten öffentlichen Verwaltung (Reich, Länder, 
äNsestädte, Gemeinden und Gemeindeverbände) in erschöpfender Form zur Darstellung. 
I. Der Finanzbedarf der öffentlichen Verwaltung und seine Deckung 
N Umfang und Bedeutung der von der öffentlichen Verwaltung im Deutschen Reich zu er- 
‚üllenden Aufgaben zeigen in den Rechnungsjahren 1925/26 bis 1927/28 wesentliche Ver- 
derungen im Vergleich zur Vorkriegszeit. Die wirtschaftliche Notlage hat den einzelnen 
Gebietskörperschaften in verschiedenem Umfange neue Aufgaben, insbesondere auf den 
bieten des Wohlfahrts- und Wohnungswesens, zugewiesen und sie teilweise gezwungen, 
die Erfüllung anderer Aufgaben einzuschränken oder ‚aber bestehende Einnahmequellen 
ärker auszuschöpfen und neue Einnahmequellen zu suchen. Die veränderte Lage am Geld- 
Ind Kapitalmarkt hat die Deckungsfrage schwieriger gestaltet, Änderungen in der Ver- 
(ilung der Aufgaben einerseits und der Steuern andererseits zwischen den verschiedenen 
Se ietskörperschaften?) haben bedeutende Verschiebungen in der finanzwirtschaftlichen 
z rüktur zur Folge gehabt. Die nachstehenden Zahlenübersichten haben die Aufgabe, diese 
“Saämmenhänge zu veranschaulichen. Sie gehen deshalb von der Gesamtheit der Aufgaben- 
An Untersehi i AN inen Deckungsmittel ergeben sich die 
3 jed zwischen der Summe des Zuschußbedarfs und der der gemein: 2 & A 
Kr ätegabep Oder Mehreinnahment des betreffenden Rechnungsjahres, die verrechnet mit den A Ma 
N 17 Den Abschlußbeträgen den Abschluß des Jahres ergeben, Vgl. hierzu auch die Ausführungen in Einzels ? 
“5 34*. — 2) Vol, hierüber Einzelschrift Nr. 6.
	        
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