Full text: Die Theorie des Geldes

18 
Capitel I. 
3. 
Alle Oekonomisten ohne Ausnahme sehen in dem 
Preis einer Waare den unmittelbaren Ausdruck ihres 
bei den Edelmetallen das ästhetische Wohlgefallen ist, welches 
die unbedingte und uneingeschränkte Annahme im Handel wesent 
lich mit erklärt. Die letztere kann, bei anderen Gegenständen 
oder Materien, auch von anderen Ursachen herrühren, oder ande 
ren Quellen entspringen, doch dürfte sich bei näherer Betrachtung 
immer ergeben, dass stets nur solche Artikel als Geld gedient 
haben, welche unter den obwaltenden Verhältnissen oder auf der 
betreffenden wirthschaftlichen Kulturstufe nicht allein im Hinblick 
auf eine bestimmte Verwendung oder unter der Voraussetzung und 
innerhalb der Grenzen eines bestimmten Bedarfs oder Begehrs, 
sondern vielmehr unter allen Bedingungen und in jeder auch noch 
so grossen Quantität geschätzt wurden, so dass einerseits sowohl 
ihre unbedingte und uneingeschränkte Annahme als Entgelt, wie 
andererseits auch die Anhäufung und der Ueberfluss daran, und 
damit auch die unbedingte und uneingeschränkte Bereitwilligkeit 
zur Hingabe derselben als Entgelt, im Fall eines Bedarfs nach 
anderen Dingen, die natürliche Folge war oder sich gewissermaassen 
von selbst verstand. So erklärt sich beispielsweise das Viehgeld 
(pecunia) einfach daraus, dass in der Periode des Hirtenle 
bens der Besitz von Heerdenvieh, welches auf jener Stufe fast 
die einzige Unterhaltsquelle bildete, naturgemäss von Jedermann 
nicht nur bis zur Grenze des unmittelbaren Bedarfs, sondern auch 
darüber hinaus, d. h. in ganz unbegrenzter Ausdehnung, geschätzt 
wurde, und daher aller Ueberfluss naturgemäss diese Gestalt an 
nahm. Ueberhaupt wird man auf jeder Kulturstufe immer irgend
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.