Full text : Die Theorie des Geldes

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Capitel  111.

auch  wiederum  keineswegs  immer  nur  in  Gütern  oder
Waaren  oder  gar  nur  in  Gütern  oder  Waaren  irgend
einer  besonderen  Kategorie.
Vielmehr  erinnert  die  Theorie,  nach  welcher  alles
Kapital  seinem  Wesen  nach  nur  in  Gütern  oder  Waaren
bestehe,  weil  das  Geld  an  sich  genommen  oder  unmittelbar ­
  nichts  „erzeuge“,  noch  ganz  an  den  naturalistischen ­
  Standpunkt  der  alten  Kanonisten,  die  bekanntlich ­
  alles  Zinsennehmen  verurtheilten,  weil  das
Geld  „unfruchtbar“  oder  „steril“  sei  •’■*).
Das  Wesen  des  Kapitals  hat  in  der  That  mit

34)  Vgl.  auch  J.  Locke,  Consider,  p.  55:  ,,—  land  produces ­
  naturally  somethlrif;  tmv  and  proßtahle  and  of  value  to  mankind; ­
  but  money  is  a  barren  thing,  and  produces  nothing,
but  by  compact  transfers  that  profit  that  was  the  reward  of  one
marl's  labour  into  another  man's  pocket.“
35)  Ich  kann  hier  eine  Vorbemerkung  ganz  allgemeiner  Natur ­
  nicht  unterdrücken.  Roscher  sagt  an  einer  Stelle  (System  I
p.  84.  (11.  Aufl.))  :  ,,l)ie  Geschichte  dieses  licgr'iffes  (Itapital)  bietet
merkwü/'dige  Beispiele  dar,  wie  es  die  H'issenschaft  verwirren  kann,
wenn  ihre  Terminologie  auch  im  alltäglichen  Leben  gebraucht  wird.**
Diesen  Worten  liegt  eine  sehr  weit  verbreitete,  aber  ganz  unrichtige, ­
  Vorstellung  zu  Grunde,  die  Vorstellung  nämlich,  als
ob  der  begriff  Kapital  überhaupt  ein  Gegenstand  willkürlicher
Terminologie  sei,  oder  als  ob  die  Wissenschaft  diesen  Begriff
gewissermassen  erst  zu  bilden  oder  zu  erfinden  hätte.  Der  Begriff ­
  Kapital  ist  aber,  ebenso  wie  die  Begriffe  Kosten  und
Ertrag,  Gewinn  und  Verlust,  Vermögen  und  Einkorn-
            
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