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Geld und Kapital.
wird weder „verbraucht“ noch „abgenutzt“, so wenig
wie „producirt“ oder „feproducirt“, noch auch wechselt
es den Besitzer, so lange es überhaupt einem bestimm
ten Erwerbszwecke dient. Vielmehr gehört es gerade
zum Wesen des Kapitals, dass dasselbe erhalten
bleibt oder wenigstens erhalten zu bleiben bestimmt ist,
und dass dasselbe fortdauernd, d. h. die ganze Zeit
hindurch, so lange es einem bestimmten Erwerbszwecke
dient, in ein und derselben Hand, der Hand
des betreffenden Unternehmers, verbleibt, da es ja
nur unter dieser Voraussetzung überhaupt einen be
stimmten Ertrag oder Gewinn zu liefern im Stande
isU^^). Kapital geht daher auch immer nur so lange,
42) Was natürlich nicht ausschliesst, dass es auch eine Ka
pitalanlage gibt, welche nicht dem Erwerbe dient, sondern nur
eine fortlaufende „Nutzung“ von bestimmtem Geldwerthe abwirft.
Man denke z. E. an den Ankauf eines Wohnhauses, welches der
Besitzer nicht vermiethet, sondern nur selbst bewohnt. In diesem
halle träg^ das Kapital dem Besitzer gewissermassen in natura
d. h. insofern Zinsen, als er dadurch die Wohnungsmiethe erspart.
Es ist offenbar ganz das gleiche, ob man eine fortlaufende Ein
nahme erzielt, auf Grund deren man eine fortlaufende nothwen-
dige Ausgabe zu bestreiten in der Lage ist, oder ob man sich diese
fortlaufende Ausgabe ein für allemal unmittelbar erspart. We
sentlich für den Begaff des Kapitals ist immer nur, dass der
Werthbetrag, über welchen man verfügt, eine wirthschaft-
liche Kraft darstellt, d. h. gross genug ist, um eventuell als