r. Hugo Preuß hat seinen Vortrag bald nachher mit
D) erweitertem Inhalt unter dem Titel: „Die Boden-
besitzreform als soziales Heilmittel“ als Broschüre her-
ausgegeben. Er hat darin auch die Vorschläge von Gossen
und Samter ausführlich besprochen und hat die Einheit-
steuer Henry Georges und die Zukunftbilder Flürscheims
mit Geschick kritisiert.
Dr. Preuß hat in dem Zug von wirtschaftlicher Frei-
heit zu wirtschaftlicher Gebundenheit, der sich schon da-
mals bemerkbar machte, ein reaktionäres Moment ge-
sehen (S. 4). Auch die Freihandelschule leugne nicht, daß
wichtige Funktionen des Gemeindelebens nur in der
Zwanggemeinsschaft erfüllt werden könnten. Anderer-
seits ergebe sich gerade aus der Relativität des Begriffes
wirtschaftlicher Freiheit ein weiter Spielraum für höchst
verschiedene Meinungen über die notwendigen oder
wünschenswerten Grenzen (S. 5). In Wahrheit sei der
Streit darüber kein dogmatischer, sondern ein praktischer
(Seite 9).
Das klang nicht viel anders als das, was Adolph
Wagner schon gelehrt hatte: daß es sich nicht um ein
Entweder-Oder, sondern um ein Mehr oder Weniger
zwischen Sozialismus und Individualismus handele.
Es sei eine Frage inbetreff des Maßes (Grundlegung
§ 109a~e und g 310).
Der Gegensatz zwischen Gossen und Samter, den er
darin finden wollte, daß der eine durch die Versstaat-
lichung des Bodens Schranken wegräumen, der andere sie
errichten wollte (S. 17), ist nur scheinbar vorhanden.
Denn der eine wollte die Schranken für die werktätige
Arbeit beseitigen, und der andere für den Kapitalismus
errichten, worin nichts gegensätzliches liegt. Seine An-
gabe, daß Samter ein Schüler Adolph Wagners gewesen
sei (S. 10 und 71) und seine Ideen zumteil im Anschluß
an seinen Meister, größtenteils aber auch im Vidersrpuch
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