Full text : Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

Die
Deutsclieii  Hypotliekeii-Actieii-Bankeii.

Eine  Studie,
mit  besonderer  Berücksichtigung  der  Jahresabschlüsse  pro  1876,  der  rechtlichen
nnd  materiellen  Grundlagen  der  Pfandbriefe  und  der  Rentabilltäts-Verhältnisse  der
Aktien.

Im  letzten  Jahrzehnt  ist  das  System  der  Hypothekenbanken
auf  Aktien  zu  einer  bemerkenswerthen  Ausdehnung  gelaugt;  eine
Vollendung  desselben  in  Bezug  auf  innere  Organisation,  auf  Sicherstellung ­
  der  Pfandbrief  -  Gläubiger  hat  dagegen  nur  theilweise
erreicht  werden  können,  und  bleibt  für  die  Mehrzahl  der  betreifenden
Institute,  beispielsweise  für  fast  alle  preussischen,  noch  anzustrebeu.
Eine  grösseie  Anzahl  von  Hypothekenbanken  Nord-  und  SUddeutschlands
  ist  auch  bereits  im  Jahre  1875  bei  dem  Reichstage  wegen
Erlass  eines  Gesetzes,  das  die  Vorzugsrechte  der  Pfandbrief-Gläubiger ­
  regeln  soll,  vorstellig  geworden,  doch  his  jetzt  ohne  Erfolg,
so  dass  vielleicht,  wenn  wir  die  finanziellen  Verhältnisse  der  einzelnen ­
  Realkredit  Institute  zu  erörtern  uns  anschicken,  eine  kurze
vorhergängige  Darlegung  der  rechtlichen  Stellung  der  Pfandbrief-Gläubiger
  rucksichtlich  der  verschiedenen  Banken  wohl  am  Platze
sein  mag.  Als  allgemein  gültiger  Satz  ist  dieser  Darlegung  aber
vorauszusenden,  dass  die  Form,  unter  welcher  den  Pfandbrief-Inhabern
  ein  Vorzugsrecht  gesichert  werden  soll,  ziemlich  bedeutungslos ­
  ist,  wenn  die  materielle  Sicherstellung  nicht  genügt,  dass
hingegen  mit  Letzterer  allein  den  Gläubigern  in  normalen  Zeiten
und  gegenüber  gut  geleiteten  Anstalten  vollauf  gedient  sein  kann,
was  jedoch  die  Zweckmässigkeit  einer  formellen,  rechtlichen  Bevorzugung ­
  der  gedachten  Gläubiger-Kategorien,  um  auf  alle  Even-!•

            
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