Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

5.  Kap.  Fortschritt  in  der  Productionsmethode.

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nothwendig  jeden  Aufschwung  lähmen,  und  überhaupt  kann  auch  niemanden
zugemuthet  werden,  seine  vielleicht  schon  mit  allen  Verbesserungen  ausgestattete
Unternehmung  wider  sein  eigenstes  Interesse  der  Gemeinwirtschaft  einzuverleiben.
steht  mit  den  Principien  der  Gerechtigkeit  durchaus  nicht  in  Widerspruch,
wenn  den  Einzelnen  im  Gesamtintereffe  gewisse  Beschränkungen  ihrer  ökonomischen ­
  Freiheit  auferlegt  werden;  niemals  aber  kann  es  gerechtfertigt  erscheinen, ­
  daß  der  Staat  die  Vergesellschaftung  der  Production  im  großen  lind
ganzen  zwangsweise  einführt.  Das  hieße  offen  den  Boden  des  Socialismus  betreten, ­
  den  Boden  der  ans  dem  Privateigenthum  aufgebauten,  einzig  möglichen
und  zweckdienlichen  Gesellschaftsordnung  verlassen!
^  Uebrigens  muß  hervorgehoben  werden,  daß  der  moderne  Fortschritt  der
Technik  im  Dienste  der  Güterproduction  in  gewissen  Fällen  auch  den  kleinen
Unternehmern  Vortheil  gebracht  hat.  Man  denke  nur  an  die  Gasmotoren,
öie  mit  wenig  Raum  und  geringen  Kosten  bedeutende  Arbeitsersparniß  ermöglichen. ­
  Ja  in  Bezug  auf  einen  der  größten  Productionszweige  hat  das
klassische  Werk  über  die  Eisen-  und  Stahlindustrie  des  Sir  Louthian  Bell
Elches  die  Entwicklung  dieser  Industrien  seit  etwa  einem  halben  Jahr^
hundert  darstellt,  die  überraschendsten  Thatsachen  zu  allgemeinerer  Kenntniß
gebracht:  Im  Jahre  1850  wurde  das  Eisen  in  den  kleinen  Hochöfen  der
Gebirgsthäler  zum  Preise  von  50  Francs  das  Kilo  hergestellt,  zehn  Jahre
spater  kommt  der  mit  Steinkohlen  geheizte  Puddelofen  in  Verwendung,  welcher
dieseri  Preis  auf  12  Francs  herabmindert.  Dann  folgen  die  Erfindungen
von  Bessemer,  Siemens  und  Martin  und  endlich  diejenige  der  Entphosphorirnng
  des^Materials,  welche  die  Errichtung  der  gewaltigen  Eisen-  und  StahliDcdc
  ;ur  &%e  haben  u,ib  noch  weitern  Ņrei§f)erabfe*unoen  führen.  2a
Wet  abermals  ein  mistiger  %o#Wt  statt:  ein,  abermalige  Grfmbunq
<W  convertisseurs  ltobert)  lehrt  „,m  Ausgangspunkte  der  Entwicklung
unt  und  macht  es  abermals  möglich,  daß  kleine  Etablissements  bestehen
t  mit  den  großen  in  O'oncurrenz  treten  können.  Etwaige  weitere  Er-J!
  ^ņgeņ  zu  Gunsten  einer  Wiederaufnahme  der  Production  in  kleinerem
aßstabe  würden  jedenfalls  von  heilsamster  wirtschaftlicher  und  socialer  Bedeutung ­
  sein.
Zum  Schluß  müssen  wir  uns  bei  der  Beurtheilung  und  gegenseitigen
wägung  der  durch  die  Veränderungen  des  technischen  Productionsverfahrens
zumal  in  den  letzten  anderthalbhundert  Jahren  —  herbeigeführten  Verluste
! lu  Vortheile  den  Umstand  gegenwärtig  halten,  daß  ohne  dieselben  das  Gesetz ­
  der  abnehmenden  Einträglichkeit,  von  welchem  im  2.  Kapitel

Französische  Uebersetzung  von  A.  Hallopeau,  Principes  de  la  fabrication  du
er  et  de  l’acier.  Paris  1888.
Devas.Kämpf».  Volkswirtschaftslehre.  ß
            
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