Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

2.  Kap.  Tie  freie  Preisbildung.  Die  Marktpreise.

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Ģute  gegen  eine  bestimmte  Quantität  von  einem  andern  eingetauscht  oder
vielmehr  —  da  wir  uns  nicht  mit  den  niedern  Culturstufen  der  Menschheit,
v"f  welchen  der  Tauschhandel  vorkommen  kann,  zu  beschäftigen  haben  —
Hegen  eine  bestimmte  Menge  Geld  hingegeben  wird.  Es  ist  ja  natürlich  viel
einfacher,  die  verschiedenen  Güter  an  einem  bestimmten  einheitlichen  Maße  zu
^kssen,  d.  h.  ihre  Preise  zu  vergleichen.
Was  diese  anbelangt,  so  sind  die  Marktpreise  von  den  übrigen  Preisen
* u  unterscheiden,  und  wir  wollen  uns  zunächst  mit  den  erstem  beschäftigen.
Ņ^enn  man  die  Natur  derselben  versteht,  gewinnt  man  leicht  auch  Einsicht
ìn  das  Wesen  der  andern  Preise.

Zweites  Kapitel.
Tie  freie  Preisbildung.  Tie  Marktpreise.
linter  Markt  im  wirtschaftlichen  Sinne  des  Wortes  versteht  man  die
à  Zwecke  des  Kausens  und  Berkaufens  veranstaltete  freie  Zusammenkunft
kiner  beträchtlichen  Anzahl  von  Leuten,  die  sämtlich  bezüglich  der  zum  Verkauf
vusgebotenen  Gegenstände  mehr  oder  weniger  Sachkenntniß  besitzen  und  mehr
o^er  weniger  in  die  die  Preisbildung  berührenden  äußern  Umstände  eingeweiht
şiņd,  und  zwar  eine  Zusammenkunft  zum  Zwecke  des  öffentlichen  Abschluffes
êv  Transactionen,  welcher  es  allen  ermöglicht,  von  dem  Inhalt  aller  abgeschlossenen ­
  Kaufgeschäfte  sich  Kunde  zu  verschaffen.  Dieser  Art  sind  die
Hetzen  Kornmärkte,  namentlich  die  internationalen  von  London,  New  Pork
"ud  Chicago,  sowie  die  für  gewisse  Länder  und  größere  Gebiete  maßgebenden,
!"  die  von  Paris,  Budapest,  Mannheim  u.  s.  w.,  die  Märkte  für  Rohvumwolle
  in  Liverpool,  für  Baumwollstoffe  in  Manchester,  für  Zucker  in
Magdeburg,  die  Börsen  für  den  Handel  mit  Werthpapieren  in  den  vergebenen ­
  Hauptstädten.  Auch  die  Meffen  in  Nowgorod  sind  Institutionen
g>er  Natur,  und  früher  waren  hierzu  auch  die  von  Leipzig  und  andern
glschen  Städten  zu  rechnen.  Uebrigens  ist  es  nicht  erforderlich,  daß  die
J!*  ^èarkt  bildenden  Käufer  und  Verkäufer  in  einem  Raum  oder  auf  einem
:  beisammen  sind;  sie  können  auch  in  einer  großen  Stadt  oder  über  eine
Gegend  zerstreut  sein,  wenn  sie  nur  durch  vervollkommnete  Communiîonsmittel,
  Post,  Telegraph,  Telephon,  und  durch  die  Veröffentlichung  der
gglisten  und  Tagescurse  untereinander  in  naher  Verbindung  stehen.  Je
°  kommener  die  Communicationsmittel  sind  und  je  leichter  sich  die  Waren
            
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