Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

3.  Kap.  Die  freie  Preisbildung.  Die  Marktpreise  (Fortsetzung).  185
^enn  sich  der  Preis  der  Muskatnüsse  auch  verdreifacht,  so  kauft  eine  reiche
Familie  nichtsdestoweniger  ebenso  viel  als  zuvor,  und  sie  würde  auch  nicht
îņehr  davon  kaufen,  wenn  dieses  Gewürz  dreimal  billiger  geworden  wäre.
Şo  berühren  sich  die  Extreme  auch  in  diesem  Falle.  Die  für  den  Menschen
höchst  werthvollen  wie  die  für  sein  Wohl  ganz  bedeutungslosen  Güter  stehen
şich  darin  gleich,  daß  die  Nachfrage  nach  ihnen  nicht  elastisch  ist,  d.  h.  im
Anschluß  an  die  Preisschwankungen  weder  zunimmt  noch  abnimmt.
3.  je  leichter  die  Güter  dem  Verderben  ausgesetzt  sind.  So  kann  es
ñeschehen,  daß  der  Preis  einer  Sorte  von  Fischen,  etwa  Karpfen,  früh
Borgens  bei  der  Eröffnung  des  Marktes  2  Mark  per  Kilo  beträgt,  mittags
aber  bereits  auf  die  Hälfte  gesunken  ist,  und  daß  etwaige  Reste  der  geschlachieten
  Fische  abends  um  einen  ganz  geringen,  vom  Käufer  zu  bestimmenden
Preis  hergegeben  werden.  Auch  kommt  es  vor,  daß  Erdbeeren  am  Abend
^  die  Hälfte  oder  ein  Drittel  billiger  als  am  Morgen  des  betreffenden
^^ges  verkauft  werden.
4-  je  mehr  Kosten  die  Aufbewahrung  der  Güter  verursacht.  Das  gilt
â'  Ņ.  von  einem  umfangreichen  Mobiliar,  das  bedeutende  Magazinräume
erfordert,  oder  von  einem  Wohnhause,  für  welches  ein  Hausmeister  bestellt
Serben  muß.  Auch  das  Halten  eines  Reitpferdes  ist  kostspielig,  weil  jemand
der  Fütterung  und  Pflege  desselben  betraut  werden  muß.
3.  je  weniger  leicht  die  Gegenstände  sich  transportiren  lasten.  So
wegen  der  hohen  Transportkosten  der  gute  Ausfall  der  Heuernte  an
E>nem  Orte  den  schlechten  Ausfall  derselben  in  einer  entferntern  Gegend  nicht
Lutmachen.
Ņ  .  0-  je  ungewiffer  es  ist,  wie  viele  Käufer  sich  für  den  betreffenden
^îkel  finden.  So  sind  z.  B.  die  Preise  des  Eisens  bedeutenden  Schwankungen
verworfen,  weil  die  Zahl  der  regelmäßigen  Abnehmer  eine  verhältnißmäßig
lleme  ist.
j.  ?»  je  größer  bei  der  Production  der  Güter  die  Gefahr  des  Miß-'Ngens
  ist.  Solches  steht  z.  B.  bei  der  Hopfen-  und  Obstzucht  mehr  zu
.^Echten  als  bei  dem  Getreidebau  und  bei  der  Cultur  der  Knollengewächse;
n  leser  Hinsicht  ist  der  Ackerbau  im  allgemeinen  von  größern  Gefahren  bey
  I e  mehr  das  Kapital  in  den  productiven  Unternehmungen  feststeckt,
i c  specialisirter  die  Bestimmungen  sind,  zu  denen  dasselbe  verwendet  wird,
^ņe  derartige  Verwendung  des  Kapitals  hat  nämlich  die  Folge,  daß  dasselbe
^  deinen  Preisschwankungen  nicht  gleich  aus  den  betreffenden  Betrieben
^ìlôgezogen  und  andern  Zwecken  zugeführt  werden  kann,
der  h'  längere  Zeit  verfließen  muß,  bevor  die  Production  von  Gütern
^treffenden  Art  irgendwie  beträchtlich  gesteigert  werden  kann.
            
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