Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Is.  Buch.  Der  Güteraustausch.

Ländern,  mit  denen  das  betreffende  Land  in  wirtschaftlichem  Verkehr  steht,
ähnliche  Verhältnisse  wie  in  dem  Staate  bestehen,  in  welchem  die  Vorbedingunge**
für  das  Walten  dieses  Gesetzes  gegeben  sind.  Wenn  in  diesen  Gebieten  bo*
Ģold  gleichfalls  ausströmt,  so  sind  sie  keilte  geeigneten  Aufnahmestätten  fi* 1
dasselbe.  Gesetzliche  Maßregeln  gegen  die  Goldausfuhr  sind  auf  die  Dauer
ziemlich  wirkungslos,  da  dieses  Metall  zu  leicht  heimlich  transportirt  werden
kann.  Winkt  also  ein  bedeutender  Gewinn,  der  das  Risico  vergessen  machi,
so  wird  das  Gold  trotz  aller  Verbote  außer  Landes  gehen.
Aus  allen  diesen  soeben  angeführten  Thatsachen  erkennt  man  deutlich,
daß  die  Ursachen,  welche  in  den  verschiedenen  Gegenden  den  Tauschwerth
Geldes  bestimmen,  sehr  mannigfaltiger  Natur  sind,  und  daß  man  sich  w*'
gewissen  Irrthümern  hüten  muß.  Wir  heben  unter  diesen  nur  die  drei  folgenden
heraus.
1.  Es  ist  ganz  irrig,  zu  behaupten,  daß  die  Bewohner  eines  Landes  desto
besser  daran  sind,  je  mehr  Geld  sich  in  demselben  befindet.  Es  sollte  in*
Gegentheil  nur  soviel  Geld  vorhanden  sein,  als  für  die  zu  leistenden  Zahlungen
und  einen  gehörigen  Reservevorrath  gerade  erforderlich  ist.
2.  Ferner  ist  die  Theorie  zu  verwerfen,  daß  das  Geld  keinen  innern
Werth  habe.  Wie  könnte  es  als  Werthmeffer  dienen,  wenn  es  selbst  werthlos ­
  wäre?
3.  Endlich  muß  auch  die  Behauptung  zurückgewiesen  werden,  als  M
das  Geld  ein  vertauschbares  materielles  Gut  ganz  in  der  gleichen  Weise  *****
ein  beliebiges  anderes;  dasselbe  ist  vielmehr,  wie  wir  gesehen  haben,  ein  gnnâ
eigenartiges  Gut,  wenn  es  auch  seiner  Natur  nach  zu  den  vertauschbart**
materiellen  Gütern  gehört.
Wir  haben  nunmehr  noch  einen  das  Geld  betreffenden  Punkt  zu  erörtern ­
  ,  nämlich  die  Frage,  welchen  Einfluß  ein  schleuniges  beträchtlich^'
Steigen  und  Sinken  des  Tauschwerthes  des  Geldes,  mit  andern  Worte**'
eine  allgemeine  bedeutende  Steigerung  bezw.  Herabminderung  der  Preise  (**'*'
übt.  Das  allgemeine  Niveau  der  Preise  überhaupt,  der  Umstand,  ob  *******
z.  B.  mit  einem  Zwanzigmarkstück  sich  viel  oder  wenig  verschaffen  kann,  1,1
an  und  für  sich  von  geringer  Bedeutung:  wenn  man  für  alles  mehr  zu  zahl**'*
hat,  erhält  man  auch  in  ganz  demselben  Verhältnisse  für  alle  Gegenständ'
welche  man  selbst  zum  Verkaufe  bringt,  größere  Preise.  Etwas  anderes  ist  e
aber  mit  einem  Wechsel  im  Preisniveau.  Ein  solcher  kann  von  ernstliķ
Nachtheilen  begleitet  sein,  weil  er  unvermeidlich  mit  großen  Vermögensüb^
gängen  und  bedeutenden  Verschiebungen  des  Wohlstandes  verbunden  ist,
gewissen  Schichten  der  Bevölkerung  eines  Landes  auf  Kosten  anderer  zu  0**/
kommen,  ohne  daß  die  Verlustträger  ein  Verschulden  träfe  oder  diejenigen,  ***
Curaus  Vortheil  ziehen,  sich  eines  Verdienstes  rühmen  könnten.  So  muß  t '
            
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