Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II.  Buch.  Der  Güteraustausch.

Dagegen  haben  sich  die  Productionsverhältnisse  des  Silbers  seit  einer
Reihe  von  Jahren  derart  gestaltet,  daß  es  nicht  wunder  nehmen  kann,  wenn
man  die  Doppel-  und  die  Silberwährung,  welch  letztere  in  allen  Gegenden,
in  welchen  man  neben  der  Goldprägung  mit  der  Silberprägung  in  großem
Maßstabe  fortfährt,  infolge  der  Minderwerthigkeit  des  Silbers  und  dann
auch  des  Ausströmen-  des  Goldes  thatsächlich  an  die  Stelle  der  Doppelwährung ­
  tritt,  überall,  wo  es  die  Verhältnisse  gestatten,  in  den  hoch  civilisirten
Ländern  zu  beseitigen  sucht.  Wie  kann  ein  Metall  den  Werthmesier  abgeben
lind  ein  geeignetes  Tauschmittel  bilde«,  welches  infolge  seiner  reißend  gesteigerten
Production  innerhalb  nur  einiger  Jahre  eine  so  beträchtliche  Entwerthung  erfuhr? ­
  Es  betrug  das  durchschnittliche  Quantum  des  jährlich  gewonnenen
Silbers  in  den  folgenden  fünfjährigen  Perioden  in  Kilogrammen:

Jahre.  kg  Silber.
1851—1855  886  115
1856-1860  904  990
1861-1865  1  101  150
1866—1870  1  339  085

Jahre.  kg  Silber.
1871—1875  1  969  425
1876—1880  2  450  252
1881—1885  2  861  700
1886—1890  3  425  187

In  den  letzten  Jahren  ist  aber  eine  noch  weitere  Steigerung  ^
Productionsmenge  eingetreten.  Die  Menge  des  gewonnenen  Silbers  betrug
nämlich
in  den  Jahren:  kg.
1888  3  885  606
1889  3  901  800
1890  4144  238
1891  4  493100
1892  4  730  647  2 .

Da  kann  es  wahrlich  nicht  in  Erstaunen  setzen,  daß  sich  durch  f ' 11

solche  Zunahme  der  Silbergewinnung  das  Werthverhältniß  zwischen
und  Silber  von  1  511  15,  welches  vor  Jahren  in  vielen  Ländern
festgestellt  wurde  und  noch  immer  giltig  ist,  thatsächlich  ganz  anders  gech'  ^
hat.  Die  wiederholt  citirten  Währungstabellen  des  österreichischen
Ministeriums  bringen  die  Marktpreise  des  Goldes  und  des  Silbers  an

60  594  217  000  Francs  abgewickelt  wurden  und  dabei  nur  1207  380000  Francs  in  Da
und  16  935  938  000  Francs  in  Noten  m  Verwendung  kamen,  während  Umschreib"'^
von  Forderungen  im  Betrage  von  42  450  899  000  Francs  erfolgten.  Bemerkens»'  ^
ist  auch  die  Thatsache,  daß  die  5  315  758  853  Francs  französischer  Kriegscntschc»  'S  ^
an  Deutschland  nur  bis  zum  Betrage  von  512  000  000  in  Gold  und  Silber  0<^)
wurden,  während  der  Rest  größtentheils  (nämlich  im  Betrage  von  4248  326  374  Fr
in  Wechseln  beglichen  ward.
1  CI.  Jannet  1.  c.  580.
2  Statistische  Währungstabellen  rc.
            
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