Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

5.  Kap.  Die  Reichen  und  die  Armen.

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Fünftes  Kapitel.
Die  Reichen  und  die  Armen.
6'ļrt  barbarische,  uncivilisirte  Stämme  und  Völker  und  civilisirte
treffe?^'  Von  einer  Nation  kann  nur  dann  die  Rede  sein,  wenn  das  bereicht ­
  7  * 0Íf  binen  gewissen  Grad  politischer  Macht  und  Organisation  er-9«
  ,Û t'  Unb  Ö01t  ^"lation  nur  dann,  wenn  die  menschliche  Gesellschaft
j>.  .  Fortschritte  im  industriellen,  landwirtschaftlichen  und  intellectuelle,
rm  wissenschaftlichen,  künstlerischen  und  literarischen  Leben  gemacht  hat.'
liche  ^'ngt  es  aber  die  menschliche  Natur  mit  sich  und  lehren  uns  unumstößbüfe
  ba§  bestehen  der  Civilisation  von  der  Erfüllung  zweier
iß:  bon  ber  6#%  bon  Gtübtenunb  bon  bem
fügen  Cn,em  einer  ^laße  von  Leuten,  welche  über  die  nöthigen  Mittel  veränctimT
  şoŗģênlases  und  verfeinertes  Leben  führen  und  die  höhern
onen  des  öffentlichen  Lebens  ausüben  zu  können.
äu  J bcr  b , l t e  /ŗşte  dieser  beiden  Voraussetzungen  braucht  nicht  viel  gesagt
l'che  ^  UnBeflreitbar  können  sich  der  höhere  Unterricht,  die  wissenschaftşiņdun
  ^  künstlerische  Thätigkeit,  die  technische  Ausbildung  und  neue  Eriinb
  h .  nur  va  entwickeln,  wo  die  Lehrkräfte  und  somit  auch  die  Schüler
sind  J  verschiedenartigen  Hilfsmittel,  Bibliotheken,  Museen  u.  s.  w.,  vereinigt
Das  %  Ģônner  und  Förderer  finden  und  ein  geistiger  Austausch  waltet.
^  alles  trifft  man  aber  nur  in  den  Städten  vereinigt  K
J5° n  varf  nicht  glauben,  daß  die  furchtbaren  Uebelstände,  wie  sie  das  heutzu-¡"Ü
  i n J1 ,tenbe  Zusammenströmen  von  Menschen  in  den  Großstädten  mit  sich  bringt,
ko„  u J° nberc  die  höchst  beklageuswerthe  Wohnungsnoth  etwas  von  der  Civili.
^  Sibil  l ! nnÌ,Ûrc8  şi" b '  ist  zwar  nothwendig,  daß  Städte  bestehen,  wenn  sich
A  Şņ  ist  -l”  entwickeln  und  erhalten  soll;  aber  die  übermäßige  Ausdehnung  der-'''"It
  nöthig.  Es  genügt  vollkommen,  wenn  ein  verhältnißmäßig  kleiner
Hu.  Bevölkerung  eines  Landes,  vielleicht  5—10  derselben,  in  Städten

,  Mt.  m  U “ UU "B  vieuelcyi  o—1U7 0  Verseiben,  tn  Stadtei
ķ  ļ>eu  nacktb  '  şià b ^  bilden  keine  Voraussetzung  der  Civilisation,  sondern  sind  bergli ­
  sind  ^  es  ist  vielmehr  genügend,  wenn  die  meisten  Städte  verhältnißmäßig
Die  T'  "'Ģ  mehr  als  20  000—50  000  Einwohner  zählen.
^iidtx,  /Kühern  Seiten  namentlich  weisen  eine  Menge  von  Fällen  auf,  in  welchen
Hn  ^7'  Bevölkerungszahl  nach  heutzutage  nur  als  kleine  oder  als  mittlere
^lche  y,  en '  Mittelpunkte  einer  hohen  Civilisation  und  glänzenden  Cultur  waren.
7'Und7"ļ^  von  hoher  Bildung  ging  von  dem  Paris  der  zweiten  Hälfte  des
^°hnkr,7 3  Jahrhunderts  aus,  obgleich  es  damals  nur  ungefähr  150  000  Ein->
  dem  gs  '  unt)  welche  Höhe  erreichte  die  Civilisation  und  insbesondere  die  Kunst
Du'-'i^ aíIá  "'chi  mehr  Einwohner  zählenden  Florenz  des  14.  Jahrhunderts!
^ìtte  dk/i-^^bl  zweier  der  civilifirtesten  und  kunstreichsten  deutschen  Städte  der
ö'  Jahrhunderts,  nämlich  die  von  Köln  und  von  Nürnberg,  wird  (von
            
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