Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I.  Buch.  Production  und  Konsumtion.

scheint  nun  der  Preis  eines  Hektars  zu  Anfang  des  13.  Jahrhunderts  in  der  Höhe  von
135  Francs,  um  unter  Philipp  dem  Schönen  auf  261  Francs  zu  steigen,  wenigstens
soweit  es  sich  um  gut  bebaute  und  für  den  Handelsverkehr  günstig  gelegene  Grundstücke ­
  handelte.  Im  14.  Jahrhundert,  wo  die  Preise  der  übrigen  Gegenstände  im
Werthe  stiegen,  gingen  diese  Grund-  und  Bodenpreise  für  eine  Zeitlang  auf  108  Francs
zurück,  und  zwar  infolge  der  unter  Philipp  dem  Schönen  endgiltig  durchgeführten
Emancipation  der  Hörigen,  welche  den  freien  Verkehr  mit  Grund  und  Boden  und
infolgedessen  ein  starkes  Ausgebot  zur  Folge  hatte;  denn  die  Ergiebigkeit  der  Produktionsmittel ­
  ist,  wie  schon  gesagt,  nicht  die  einzige  preisbestimmende  Ursache.  Auch
andere  Gründe  wirken  da  bestimmend  ein,  und  so  konnte,  ganz  abgesehen  von  den
Verkaufspreisen  der  Erzeugnisse,  das  ungemein  gesteigerte  Angebot  von  Grundstücken
vorübergehend  einen  Niedergang  im  Preise  der  kleinen  Landgüter  herbeiführen.  Es  suchten
eben  schon  damals  viele  Kleinbauern  in  den  aufblühenden  Städten  Aufnahme  zu  finden.
Noch  schlimmer  waren  die  Verhältnisse  unter  Ludwigs  Xl.  Regierung  infolge  der  Nachwirkungen ­
  des  hundertjährigen  Krieges  mit  England  und  der  Landplage  der  entlassenen
Söldner.  Der  Durchschnittspreis  sank  auf  48  Francs.  Hier  traten  die  Folgen  der
Unsicherheit  des  Ertrags  zu  Tage.  Minder  fruchtbare  Gründe  blieben  brach  liegen.
Nur  hoher,  wenn  auch  sehr  unsicherer  Gewinn,  der  aus  dem  Verkaufe  der  Erzeugnisse
zu  erwarten  stand,  lockte  zur  Bebauung  natürlich  ergiebigen  Bodens  an.  Von  intensiver ­
  Cultur  war  fast  gar  nicht  die  Rede.  Wer  wollte  außer  der  verlorenen  Arbeit
auch  noch  Kapitalaufwaud  riskiren?  Im  16.  Jahrhundert  fand  aber  eine  rapide  Preissteigerung ­
  statt,  sowohl  aus  andern  Gründen  als  infolge  davon,  daß  das  Geld  so  außerordentlich ­
  im  Werthe  sank,  da  die  amerikanischen  Metallschätze  nach  Europa  strömten.
Diese  Steigerung  hielt  bis  gegen  das  Jahr  1680  an  und  erreichte  die  Höhe  von
481  Francs.  Die  ewigen  Kriege  Ludwigs  XIV.  und  andere  Gründe  brachten  auch  in
der  Landwirtschaft  einen  großen  Krach  hervor,  welcher  den  Preis  auf  265  Francs  herabdrückte. ­
  Bis  gegen  1770  hob  dieser  sich  dann  wieder  auf  das  Dreifache,  und  seit
100  Jahren  hat  er  sich  abermals  verdoppelt.  Welche  Aenderungen  des  Jntensivitätsgrades
  der  landwirtschaftlichen  Production  sind  neben  andern  Ursachen  in  diesen  Preisschwankungen ­
  zum  Ausdruck  gelangt!

Drittes  Kapitel.
Die  productiven  Eigenschaften  des  Menschen.
Die  Veranlagung  und  Begabung  der  Menschen  für  die  Production  wirtschaftlicher ­
  Güter  ist  je  nach  ihrer  Rasse  und  Nationalität,  nach  der  physischen
Umgebung,  der  geistigen  Sphäre,  in  der  sie  leben,  sowie  nach  ihrer  religiösmoralischen, ­
  intellectnellen  und  technischen  Erziehung  sehr  verschieden.
Fragen  wie  die  folgenden:  Welche  charakteristischen  Eigenschaften  besitzen
die  verschiedenen  Raffen,  in  welche  das  Menschengeschlecht  zerfällt?  Zu  welcher
Raffe  gehört  dieses  oder  jenes  Individuum?  Inwieweit  sind  die  Charakter-
            
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