Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Kürschner.
uncleudtsche  leibeigene  Jungens  belangend  auff  benandter  Herren
christliches  und  billiches  Vorgeben,  Bedenken  und  Unterricht
Gemüht  gefuhret  und  bekennen  müszen,  dasz  solcher  Punct  gat  ^
gestrenge  gesetzet  sey,  derowegen  auch  alsobald  samt  und  sonder
belobet  und  eingegangen,  dasz  solcher  Punct  gar  zu  gestrenge
setzet  sey  und  derogestalt  seine  gestrenge  hinfüro  nicht  trie
haben,  sondern  einem  jeden  Meister  freystehen  solle  Jungens,  al
im  Lande  von  Bauersleuten  gebohren  gleich  den  deutschen
anzunehmen,  zu  lehren  und  zu  befodern;  ein  jeder  Junge  aber,  ^
zur  Lehre  angenommen  wird,  soll  seines  ehrlichen  Herkommen^’
nemblich  dasz  er  echt  und  recht  gebohren  sey,  beweisen  und
thun,  welcher  Beweisz  von  den  Amptherren  dem  Altermann
seinen  beeden  Beysitzern  gemeltes  Ampts  jeder  Zeit  zeigen
beszer  Gelegenheit  aufgeleget,  besichtiget,  erwogen  und  bey  ^  ^
oder  ohn  macht  erkandt  werden  soll,  auf  dasz  kein  unehr  ic
Junge  in  dasz  Körsznerampt  zu  Schmälerung  deszelbigen  eingestec
werden  möge.'
Des  andern  Punckts  als  Gesellen  und  Jungen  zu  halten
haben  sich  beederseits  Meistere  durch  Unterhandlung  der
herren  gründ-  und  endlich  verglichen  und  vertragen,  das  e'"
Meister  hinfüro  zween  Gesellen  und  zween  Jungen  setzen  und  ha^^^^
soll.  Meister  Börjes  Bawer  aber,  dem  ist  sonderlich  aus  l)ewegl)C^^^
Ursachen  von  den  sämmtlichen  Meistern  vergönnet  und  nachgeg«^^’^^
wann  die  andern  Meister  zween  Gesellen  und  zween  Jungen  ha
das  er  alsdann  drey  Gesellen  und  zween  Jungens  halten  und
ihm  Weib  und  Kind  von  seinem  gewonnenen  Handwercke
ernehren  und  versorgen  möge.  Welche  beede  Punckten  zu  jeder
dermaszen  stetig  und  faste  zu  halten  die  sämmtlichen  Meister
gedachte  beede  Amtherrn  sowohl  auch  unter  sich  behandstrec^^^
auch  aller  Hasz  und  Wiederwillen,  so  derselben  beeden
halber  unter  den  beederseits  Meistern  bis  dato  geweszen,  g^'^
auffgehoben  und  deswegen  sich  versöhnet  haben,  und  ist  ^0*^
gemeldeten  Amtherrn  drey  Thaler  Strafe  darauf  gesetzet,
derjeniger,  so  diesen  zweyen  verglichenen  Punckten  im
zugegen  handeln  würde,  verwürket  haben  soll,  halb  eineiu  ^
Rathe  und  die  andere  Helfte  oft  gemeldetem  Amte  unabbi
1  Im  Schragenbuche  der  rigischeii  Handwerkerämter  im  rigischen
Nr.  499,  S.  483-485,  schliesst  sich  dem  Vorhergehenden  unmittelbar
an.  Die  auf  S.  12  u.  13  im  Schragenbuch  der  Gesellsch.  f.  Gesch.  u.
fmdliche  Vereinbarung  ist  ein  Fragment  geblieben;  die  folgenden  freige
Seiten  (13b,  14»  u.  14b)  sollten  wahrscheinlich  den  Schluss  aulnehmen.
            
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