Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Schmiede.

unter  uns  einer  dem  anderenn  seine  gesellenn  oder  jungenn  ent
spenenn  bey  peenn  eilffen  marck.
20)  Seindt  wir  schmiede  mit  den  erbarenn,  wolweisenn  ampt
herenn  eins  werden  vonn  wegenn  der  groben  erbeit,  als  hauszancker
  unnd  trallien,  sintemall  das  schippfundt  inn  dato  vor  funff'
tzig  marck  gekaufft  wirt,  das  wir  nhemenn  sollenn  vor  unser
eigenn  eisenn  unnd  machlon  vor  lispunt  funff  marck;  im  fall  aber
der  burger  unns  sein  eigenn  eisseren  lieiferen  wurde,  soll  er  unns
zu  machlonn  vor  ides  lispunt  geben  drittehalben  marck;  was  aber
die  kleine  arbeitt  der  kleinschmieden  belangend,  sollenn  sie  eS
also  machenn,  das  sich  die  burgerschafft  mit  billigkeit  einiger  ungebur
  über  sie  nicht  zu  beklagen,  oder  sich  disfals  fur  schadenn
unnd  brocke  huttenn;  '*was  auch  sonstenn  bei  ihnen  ann  arbeid
bestellett  wirtt,  dasselbe  dermassen  forderligst  verfertigenn,  au^
das  der  burger  zu  schadenn  damit  nicht  aufgehalten  werde*,  unn
da  hernach  das  eisenn  wolfeiler  oder  teurer  wurde,  will  ein  erbrhatt
  idertzeit  nach  gelegenheit,  was  billig  unnd  geburlich,  durch
die  amptherenn  Verordnung  thun  lassenn.  Was  aber  die  anderen»
handtwercke  belanget,  sollenn  sie  sich  auch  der  pilligkeit
haltenn  unnd  gute  bestendige  unnd  wherhaifte  erbeidet  machen»-Item
  es  soll  ein  meisten  vor  ein  new  huffeisenn  vonn  seinem  eig^'
nenn  eiszen,  vor  einn  grosses  mith  einem  stos  dreissig  schilhag
nhemenn,  vor  einn  mittelmessiges  vier  unnd  zwaintzig  unnd
einn  kleines  zwaintzig  schilling;  des  sollenn  sie  die  altenn  eiszen^
widergebenn  auch  die  ne  wenn  frembdenn  eiszenn  zu  verarbeidena
sich  nicht  weigeren,  vor  denn  untherschlag  aber  ihnenn  sechs
schilling  gegeben  werden.  Auch  soll  einn  meister  gute,  duchtig
gesellenn  zum  beschlag  der  pferte  haltenn,  damit  sie  nicht  ver
negelt  werdenn,  dann  da  solchs  geschehe,  soll  der  meister  dieselbca
uff  seinenn  eigenen  Unkosten  heilen  unnd  sich  des  Schadens  »a
die  gesellenn,  so  denselbenn  verursacht,  zu  erholenn  macht  habeaa,
unnd  da  der  gesell  darüber  entweichenn  wurde,  soll  ehr  i»
die  amptherenn  umb  hulff  ersuchenn.
21)  So  sichs  begebe,  das  ein  meister  mith  todte  abgieag^’
und  die  frawe  blieb  noch  im  lebenn  unnd  sie  sich  jar  unnd  t
ehelich*  hielte  nach  ihres  mannes  todte,  unnd  ein  ehelich*  gesc
1  Die  zwischen  den  Sternen  stehenden  Worte  folgen  im  Schrägen!),  d.  CesellsC
f.  Gesch.  u.  Alterth.  in  Riga  am  Ende  des  Artikels  20.
2  Im  Original  ein  Schreibfehler,  muss  ehrlich  statt  ehelich  heissen
Schragenb.  d.  Gesellsch.  f.  Gesch.  u.  Alterth.  in  Riga  steht  ehrlich.
            
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