Full text : Die Volkswirthschaftslehre

124  Buch  2.  Kap.  1.  Produktionsmittel.
ist  keilt  willkürliches.  Jene  gehen  aus  diesen  hervor,  vermittelst ­
  deren  sie  sich  auch  nur  erhalten  survie  nutzbar  machen
lassen,  und  können  um  su  bedeutender  gewvrden  sein,  je  weiter
die  wirthschaftliche  Entwickelung  bereits  gediehen  ist.  Außerdem ­
  werden  dieselben  beiderseits  bei  ben  verschiedenartigen
Produktionen  und  je  nach  dem  angewendeteil  Prvdnctivnsverfahren
  in  ungleichem  Maße  und  svmit  in  abweichender
Verhältnißmäßigkeit  gebraucht.
Hochentwickelte  und  deshalb  schon  kapitalreichere  Völker  pflegen
regelmäßig  mehr  während  der  Vergangenheit  angehäuftes  stehendes
Kapital  zu  haben,  als  minder  entwickelte.
Behufs  der  verschiedenen  Prvductivnen  ist,  je  nach  Art  derselben, ­
  dem  stehenden  Kapital  gegenüber  an  und  für  sich  schon
ungleich  viel  umlaufendes  erforderlich.  Der  Handel  z.  B.  bedarf
iln  Allgemeinen  verhältnißmäßig  weit  weniger  Anlagskapital  und
erheblich  mehr  Betriebskapital  als  der  Landbau.  Ebenso  ist  der
Pedals  an  jenem  lind  diesem  bei  einer  uiib  derselben  Production
je  nach  dein  zeitlich  nothwendig  geivordenen  Productionsverfahren
verschieden  groß.  Ackerbauproducte  z.  B.  werden  mit  sehr  ungleich ­
  beträchtlichem  Aufwande  sowohl  an  Anlags-  als  an  Betriebskapital ­
  erzeugt,  je  nachdem  dabei  eine  geringe  Anzahl  einfacher
Werkzeuge  oder  eine  vielartige  Menge  von  Maschinen  benutzt,  die
Ernte  im  Freien  oder  in  Trockenhäusern  getrocknet,  in  Mieten
oder  Scheunen  aufbewahrt,  schwach  oder  stark  gedüngt  wird  re.
es  wirthschaftlich  geworden,  besser  zu  füttern,  um  mittels  der
nämliche»  Nutzviehzahl  reichlicher  Viehproducte  zu  gewinnen,  so
wird  mehr  umlaufendes  Kapital  verbraucht,  als  vorher  bei
knapperer  Haltung,  ohne  den  Bedarf  an  stehendem  Kapital  ebenmäßig
  zn  steigern.  Mit  liebergang  zu  verstärkter  Kapital
verlvendung  steigt  überhaupt  die  nun  eintretende  Mehrbenntznna
von  stehendem  und  umlaufendem  Kapital  kaum  jemals  ganz  gleichmäßig ­
  betlüchtlich,  häufig  sogar  diejenige  des  letzteren  besonders
bedeutend.  Hierzu  trügt  der  Umstand  mit  bei,  daß  bei  Anwendung
  von  Anlagskapital,  welches  dauernder  gebunden  bleibt,
sich  nicht  beliebig  ivieder  herausziehen,  vermindern  oder  umwandeln ­
  und  anderweit  benutzen  läßt,  um  so  mehr  Einschränkung
^forderlich  ist,  je  leichter  es  lange  vor  erfolgter  Vcrnntznng  i„-solge
  Eintretens  veränderter  Bedürfnisse  oder  Auskommens  besserer
            
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