Full text : Die Volkswirthschaftslehre

128  Buch  2.  Kap.  1.  Produktionsmittel.
Art  ihrer  Anwendung  ist,  dafür  bieten  sich  zahllose  Belege  dar.
Eine  gute  Milchkuh  z.  B.  bedarf  im  Vergleich  mit  einer  schlechteren
Milcherin  gleichen  lebenden  Gewichts  nur  ebensoviel  Stallraum,
Futter  K.  wahrend  der  Aufzucht  und  späteren  Benutzung,
liefert  jedoch  erheblich  mehr  Milchertrag,  bethätigt  auch  ihre
Leistungsfähigkeit  um  so  vollständiger,  je  gedeihlicher  sie  mit
Rücksicht  auf  den  bei  ihrer  Haltung  vorliegenden  Nährzweck  er
nährt  ivird.  Ebenso  ivirkt  eine  und  dieselbe  Düngermenge  durch
aris  ungleich  je  nach  ben  Früchten,  zu  welchen,  lind  je  nach  der
Weise,  in  welcher  sie  verwendet  ivird.  Wie  sehr  es  dabei  ferner
ans  die  verhältnißmäßige  Zulänglichkeit  ankommt,  in  der  eine
Kapitalart  oder  ein  einzelner  Kapitalbestandtheil  selbst  uub  anderen
Produktionsmitteln  gegenüber  angewendet  wird,  das  zeigen  alle
Fälle,  in  denen  in  dieser  Hinsicht  Mißverhältnisse  bestehen.  Sv
verursacht  z.  B.  bei  überflüssiger  Ausdehnung  der  Gebrauchskapitalien ­
  deren  Erhaltung  mir  unnützen  Aufwand,  wogegen  nach
übermäßiger  Anlegung  von  stehendem  Kapital  leicht  zu  wenig
Betriebskapital  erübrigt,  um  jenes  gehörig  auszunutzen.  Vermittelst ­
  des  Kapitals  ist  sonach  immer  um  so  mehr  zu  bewirken,
je  tauglicher  es  später  hergestellt  oder  ausgewählt,  und  je  verständnißvoller
  bereits  bei  dessen  Benutzung  verfahren  werden  kann.
            
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