sanier als eine etwaige Preiserhöhung. Die Bäcker z. B., deren
Anzahl ohnehin geringer ist als diejenige der Brodkäufer, pflegen
beim Sinken der Getreidcpreise den seitherigen Brodpreis mit
Rücksicht auf die früheren Einkaufspreise des Rohstoffes noch
möglichst lange aufrecht zu halten, und umgekehrt beim Steigen
der Gctreidepreise die neue Prcisconjunctur sogleich auszunutzen.
§90.
Uebrigens ergeben sich insbesondere folgende Preisregeln.
Die Preise schwanken um die h ö ch st e n s
u vthwendig e n Productionsk o st e n, denen sie bei
unbehinderter Concurrenz möglichst nahe 51t rücken suchen.
Dieselben steigen, wenn die Nachfrage größer intb dringender
ist, als das Angebot, und sinken dagegen, wenn das Angebot
größer und dringender ist, als die Nachfrage. Bei
Gleichgewicht zwischen beiden tritt der natürliche Normalpreis
ein, welcher nöthig ist, um die Production einer
Waare in ausreichendem Maße möglich 51t machen.
Letzterer richtet sich deshalb nur dann nach den niedrigsten
Prodnctionskvsten, wenn der Bedarf schon allein durch
die unter den günstigsten Umständen geschehene und
demnach wohlfeilste Production gedeckt werden kann, sonst
jedoch nach denjenigen Productionskosteu, welche in dem
zwar unvorteilhaftesten, aber zur vollen Befriedigung des
Bedarfs noch unentbehrlichen Productionsfalle aufgewendet
lverden müssen.
Bei unbehindertem Mitwerbcn erscheint das Naherücken der
Preise au die uothwcndigcu Productionskosteu dadurch gesichert,
das; im Ganzen durch Steigen der Marktpreise über den Kostensatz
ein Anreiz zu beträchtlicherem Angebot und deshalb auch
zur Erweiterung und Vermehrung der Production gegeben, durch
Fallen der Marktpreise unter den Kostensatz aber Verminderung
des Angebots und thunlichste Beschränkung der Production veranlaßt
wird. Letztere kann alsdann, je nach der Uebertragungsfühigkeit
des Producenten, doch höchstens noch so lange im bisherigen
Umfange fortgesetzt werden, als der durch zu niedrigen
Preisstand des Products bedingte Verlust im Vergleich mit dem-