Full text : Die Volkswirthschaftslehre

§  91.  Preisregeln.

191

letzterer  durch  Getreideausfuhr,  Verfütterung  ec.  vermindert  oder
seitens  seiner  Besitzer  bis  zu  einer  für  den  Verkauf  günstigeren
Conjunctur  aufgespart  werden  kann,  je  beträchtlicher  zugleich
die  ans  dem  Vorjahre  übriggebliebenen  Borräthe  sind  und  je
ergiebiger  die  nächste  Ernte  zu  werden  verspricht.
Die  Nachfrage  nach  einem  leicht  entbehrlichen  Gennßmittel,
z.  B.  nach  Apfelsinen,  vermindert  sich  sogleich  bei  Abnahme  des
Angebots  in  Folge  der  dann  steigenden  Preise,  und  erweitert
sich  eben  so  schnell,  wenn  die  Apfelsinenpreise  zufolge  starken  und
tvcgcn  der  Gefahr  des  Verderbens  vielleicht  dringenden  Angebots
fallen.  Obgleich  also  die  Production  der  Apfelsinen  keineswegs
weder  sicherer  noch  schneller  ist,  als  die  des  Getreides,  so  können
doch  dauernd  die  Preise  jener  weder  verhältnißmäßig  so  hoch
steigen,  noch  so  stark  fallen,  als  die  Getreidepreise,  iveil  der
Verbrauch  von  Apfelsinen  einerseits  leicht  zu  entbehren  und
andererseits  einer  großen  Steigerung  fähig  ist.
Im  Vergleich  mit  den  Getreidepreisen  steigen  und  fallen
ferner  z.  B.  selbst  die  Preise  der  meisten  Viehproducte  gewöhnlich
schon  weniger  bedeutend,  weil  die  Nachfrage  nach  letzteren  sich
beim  Sinken  des  Marktpreises  leichter  erweitert  und  bein:  Steigen
desselben  sich  eher  einschränkt,  während  das  betreffende  Angebot
sich  immerhin,  zumal  nach  erfolgtem  Uebergange  zur  Anwendung
intensiverer  Productionswcisen,  etwas  sicherer  und  thcilweise  auch
schneller  vermehren  soivie  abmindern  läßt,  obgleich  dasselbe  ebenfalls ­
  von  nicht  willkürlich  zu  beherrschenden  Umstünden,  von
der  jeweiligen  Stärke  der  Viehbestände,  dem  Ausfalle  des  Futterertrages,
  von  der  Jahreszeit  re.  abhängig  ist.
Noch  weniger  schwanken  die  Holzpreise.  Die  Nachfrage  nach
den  verschiedenen  Holzsortimentcn  ist  im  Ganzen  ziemlich  gleichmäßig ­
  und  dennoch  durch  sparsamere  Verwendung  sowie  durch
Benutzung  von  Ersatzmitteln  beschränkbar.  Dieser  Nachfrage
gegenüber  samt  das  ohnehin  nicht  vom  jeweiligen  Witternngsgnnge,
  sondern  von  langsamer  wirkenden  Verhältnissen  abhängige
Angebot  an  Hölzern,  insofern  noch  hinlängliche  Vorräthe  an
schlagbaren  Holzbestttnden  vorhanden  sind,  nöthigen  Falls  durch
stärkere  oder  schwächere  Hiebsführung  erheblich  vermehrt  und  vermindert ­
  werden.  Eine  plötzliche  Steigerung  der  Nachfrage  nach
Holz  oder  des  Angebotes  an  solchem  tritt  dagegen  nur  etwa  ausnahmsweise,
  immer  nur  mehr  örtlich  und  vorübergehend  ein,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.