Full text : Die Volkswirthschaftslehre

§  92.  Preisregeln.

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Diese  Preisregeln  ergeben  sich  unmittelbar  aus  dem  Vorhergehenden. ­

Die  Preisgleichheit  gleichartiger  Güter  auf  einem  und  demselben ­
  Markte  wird  bedingt  durch  die  Rücksicht  auf  die  anderweitigen ­
  Anschaffungskosten,  wogegen  die  Preisverschiedenheit
ebensolcher  Güter  auf  verschiedenen  Märkten  bctrouf  beruht,  das;
die  hinlängliche  Versorgung  letzterer  ungleich  großen  Aufwand
an  höchstens  nothwendigen  Productionskosten  erfordert.
Die  Preisgleichmäßigkeit  ungleichartiger  Güter  ist  eine  Folge
des  Naherückens  der  Preise  au  jene  nothwendigen  Prcàctionskosten.
  Ihrer  Art  und  Güte  nach  verschiedene  Güter  müssen
deshalb,  falls  deren  bezügliche  Productionskosten  gleich  sind,  bei
völlig  unbehinderter  Concurrenz  auch  gleichen  Preis  erlangen.
Durch  die  Abhängigkeit  des  Preises  vom  Gebrauchswerthe
und  durch  die  seitens  der  Nachfrage  überhaupt  genommenen
Rücksichten  wird  es  endlich  verursacht,  daß  die  Preise  solcher  verschiedenartigen ­
  Güter,  ivelche  einander  gegenseitig  ganz  oder  theillveise
  zu  ersetzen  vermögen,  sich  nach  dein  verhältnißmäßigen
Gebrauchswerthe  für  die  gemeiuschastlicheu  Gebrauchszwecke  abzustufen ­
  suchen,  und  daß  demnach  auch  die  Preisschwankungen
jedes  aushilfsweise  benutzten  Ersatzmittels  von  denjenigen  des
damit  zu  ersetzenden  Gutes  beeinflußt  werden.  So  stufen  sich
z.  B.  die  Preise  von  Brennholz-  und  Steinkvhlcn-Sortimenten,
gleiche  Stoffe  enthaltenden  Dungmitteln,  für  gleiche  Nährzwecke
geeigneten  Futtermitteln  re.,  insoweit  dies  nicht  durch  uoch
mangelhafte  Würdigung  des  wirklichen  gegenseitigen  Gcbrauchswerthsverhältnisses
  oder  durch  sonstige  Umstände  verhindert  wird,
nach  dein  verhältnißmäßigen  Gebrauchswerthe  zur  Feuerung,
Düngung,  Fütterung  ec.  ab.  Am  genauesten  kann  dies  bei  als
Nebenprodnct  oder  Abfall  gewonnenen  Gütern  geschehen,  z.  B.
bei  Kleie  und  Oelkncheu  ec.,  iveil  deren  antheilige  Productionskosten ­
  am  mindesten  selbständig  in  Betracht  kommen.  Ferner
können  z.  B.  die  Oelknchenpreise  dann  am  höchsten  steigen,  wenn
wenig  Kraftfutter  geerntet  worden,  Heu  ec.  sehr  theuer  ist,  und
umgekehrten  Falls  besonders  tief  sinken.
Die  fortschreitende  Ausgleichung  der  örtlichen  Preisunterschiede
endlich  lvird  dadurch  herbeigeführt,  daß  die  einzelnen  Märkte  sich
nicht  nur  um  so  beträchtlicher  erweitern,  sondern  auch  um  so
wechselseitiger  beeinflussen,  je  leichter  und  unbehinderter  der
Güterumlauf  geworden  ist.  Die  localen  Preise  richten  sich  als-Schober,
  BolkswirthschaftSlelm.  8.  Nu  fl.  ig
            
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