Full text: Die Volkswirthschaftslehre

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Buch 1. Kap. 1. Grundbegriffe. 
feststehende sind, sondern sich vielmehr im Verlaufe der Zeit theils 
einschränken und theils erweitern. Jederzeit fällt jedoch dem Staate 
bei Pflege der Volkswirthschast unbestritten die Aufgabe zu: einer 
fciiä biejcnigcu @inr(d)tungen 3» treffen ober gn oernnioffeu 
ludcljc zum volkswirthschaftlichcn Gedeihenkönncn sowie zur dafür 
forderlichen Entwickelung der einzelnen Erwerbszweigc im Ganzen 
"ütOin Serben, unb nugfd,iicßlid, ober bod, mn besten bon ber 
Gesammtgewalt zu beschaffen sind; andererseits in den Fällen 
fürsorglich vermittelnd einzuschreiten, in denen die Kräfte und 
Befugnisse Einzelner nicht mehr ausreichen, einen entschieden im 
gemeinwirthschaftlicheu Interesse liegenden wichtigeren llweck zu 
erreichen. 0 
Bei vorwärtsschreitender Kultur vervielfältigen sich 
sonnt nicht, nur die bezüglichen Obliegenheiten des Staats 
und die an dessen Fürsorge gemachten Ansprüche, sondern 
nimmt endlich auch das Streben der Menschen allgemein- 
hin zu, aus die bestehenden Vvlkswirthschastlichen Zustände 
einzuwirken. 
Siefcg Streben nimmt Ģnu^tfn^^Ii^^ beg^fb gu, lucil uns ben 
%uílur^^ufcn, loo bic gegenseitigen Bcgie^ungen ber @imel= 
wirthschaften sich nun ohnehin zunehmend enger verknüpfen, leb 
hafter empfunden und mehr eingesehen wird, wie sehr die wirth- 
schaftliche Wohlfahrt jedes Einzelne,l von der günstigen Gestaltung 
jener Zustände abhängt, und weil alsdann zugleich der Gegensatz 
zwischen scheinbar oder ivirklich einander entgegenstehenden wirth- 
schaftlichen Interessen um so verschärfter und merklicher hervor- 
tritt. Dabei ist es weiter eine natürliche Folge der ungleichen 
wiithschaftlichen Lage, Anschannngcn und Einsichten der zusammen 
loirt^f^^o^^eubcn ^cnfdjcu, bnf) biefe Bestrebungen jebeneit tiiciig 
confcrontiocr, tOciig ^^¡0» %ntur finb, b. b. cutiocber bniiin 
ge^cn, bog Be^^c^cnbc gu crŞnÌtcn nnb nur je und; Beborf gu 
ergöngcu, ober burnus bugici«,, bnffeibe burd,grcifcnbcr nb- 
zuändern und nach Ermessen zu verbessern, und das; dabei neben 
oerftnnbigen unb förbcrlid,en ^ieíen oft genug nucí, unoerftünbige 
und geradezu schädliche verfolgt werden.
	        
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