8 37. Merkantilismus.
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Verbote zu verhindern. Umgekehrt erschwerte man, run auf
fremden Märkten mit den eigenen Gewerbserzeugnissen conenrrcnzfähig
und womöglich überlegen zu sein, durch Ausfuhrverbote
und Ausfuhrzölle die Ausfuhr von Rohstoffen, welche Nahrungsmittel
oder Verarbeitungsmaterial abgeben, und erleichterte die
Einfuhr solcher durch Zollfreiheit. Wohlfeiles Essen und Trinken,
wohlfeiler Lohn der Arbeit mache es möglich, die Waaren für
geringeren Preis zu verkaufen, als Andere sie geben können.
Ebenso seien bei Wohlfeilheit der Wolle die Tuche billiger
zu liefern.
Abgesehen von der doch nur bedingungsweisen Zeitgemäßheit
jener Maßnahmen für im Uebergange zu vielseitigerer
Erwerbsthätigkeit begriffenen und anderen Völkern
gegenüber noch nicht ebenmäßig lveit vorgeschrittenen Volkswirthschaften
sowie davon, daß der Merkantilismus zu viel
von der Macht der Staatseinwirkung erwartete, ist dessen
theoretische Begründung nun allerdings verfehlt, aber immerhin
erklärlich zu einer Zeit, wo die Bedeutung der vorhandenen
Geldmenge allgemein überschätzt wurde, und die
Handelsbeziehungen der verschiedenen Länder zu einander
noch nicht so wechselseitige geworden waren, loie es bei vielseitiger
entwickeltem internationalen Verkehr späterhin der
- Fall zu sein pflegt.
Einzelnheiten dieses, auch als „System der Handelsbilanz
oder des Geldzuflusses durch Waarcnausfuhr", und als „Sperrsystem"
(Prohibitivsystem) bezeichneten Systems praktischer Maßregeln
sind bei deil meisten Völkern während der oben angedeuteten
Entwickelungszeit in Anwendung gekommen. Es fand
bei steigendem Geldbcdarfe im Staats- und Hofhaushalte um so
willigeren Eingang, je zusagender für die Bestrebungen der sich
gleichzeitig ausbildenden absoluten Staatsgewalt zumal ein
Zollsystem erscheinen mußte, welches im Vergleich mit den anfänglich
übcrtviegend aus finanzwirthschaftlichen Gründen erhobenen
Zöllen größere Ergiebigkeit versprach, und außerdem
bedeutende Stärkung der eigenen Machtstellung durch Unabhängigkeit
vom Auslande und vermehrte Leistungsfähigkeit des Inlandes
in Aussicht stellte. Die Wirthschaftspolitik desselben ist in der