58 Buch l. Kap. 2. Entwickelungsgang der Volkswirthschaftslehre.
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ijincin geltend, und bis auf die neueste Zeit nachwirkend geblieben.
Die mit Zunahme des Geldbedarfes während des Ueber
ganges von der mittelalterlichen Naturalwirthschaft zur neuzeit
lichen Geldwirthschaft entstandene Voraussetzung, das; jede Geld
vermehrung das Land bereichere, beruhte schließlich barauf daß
Ģs'ldbcsitz mit Kapitalbesitz verwechselt wurde. Ebenso mißver
ständlich war die Vorstellung, daß gleichsam die Ausfuhr als
Einnahme uitb die Einfuhr als Ausgabe anzusehen sei, weil jene
vom Auslande und diese vviu Jnlande bezahlt werden muß.
Thatsächlich verhält es sich umgekehrt. Die Ausfuhr gleicht der
Ausgabe und die Einfuhr der Einnahme, ivcil letztere gegen
erstere eingetauscht wird. Die nationale Handelsbilanz ist, als
Werthsverhältniß zwischen Exporten und Importen aufgefaßt
allgemeinhiu um so günstiger, je mehr der Tauschwerth ber Ein
fuhren denjenigen der Ausfuhren überwiegt, je größer also der
Werth der eingeführten Güter als Aequivalent der ausgeführten
ist, ivvbei es nur etwa noch darauf ankommt, worin diese und
jene bcMe„. Go ,uürc cg &. %. „ffcbnr w,gii„f% locm
entbehrliche und nothwendig selbst gebrauchte Dinge ausgeführt
und dafür lediglich gänzlich entbehrliche eingeführt würden Be-
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^renbcn Sünbern, so becinffi# bicfeíbc bo^ mir ben jcbcg=
iimítgen Wechselkurs und beziehentlich den einstweiligen Ab- und ~
Zufluß von Gelbmetall.
Das Physrokratlsche System dagegen bekämpfte zu
nächst dm Elnsertigkeiten des Merkantilismus, lind wollte
nachher auch die durch dessen Anwendung gestörte natürliche
besserter Staatspraxis wiederherstellen.
Diese gegen die merkantilistische Auffassung reagirende Lehre
bildete sich, iiach Borangang vereinzelter Anläufe hierzu in Eng
land, um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Frankreich aus.