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Jeder sucht sich möglichst im eigenen Lande zu erhalten und
entschliesst sich zur Auswanderung nur dann, wenn er die Unmöglichkeit
sieht, hier vorwärts zu kommen. Die Auswanderung
kann daher bei gesunden Verhältnissen niemals schädlich
sein; sie ist vielmehr unumgänglich nothwendig zur Erhaltung
der wirthschaftlichen Harmonie.
Um jedoch Missbräuchen vorzubeugen, sollte der Staat
eine Controle über das Auswanderungswesen ausüben, besonders
da, wo es sich um eine überseeische Beförderung handelt.
Wenn ein Land eigene Colonien besitzt und seine Auswanderung
dahin leitet, so erreicht es einen doppelten Vortheil:
Erstens belästigen seine überflüssigen Capitalien und
Arbeitskräfte nicht mehr den einheimischen Markt, zweitens
schafft es sich in der Colonie ein neues Absatzgebiet für seine
Industrie und eine neue Zufuhrquelle von ßohproducten für
seinen Markt.
Wenn ein Land keine Colonien besitzt, sollte es seine
Auswanderung nach solchen Ländern zu leiten suchen, welche
sich auf einer niedrigeren Culturstufe als es selbst befinden.
Auf solche Weise werden die Einwanderer die Träger der
Cultur des Mutterlandes und bleiben mit demselben in wirthschaftlichen
Beziehungen, ähnlich wie eine eigene Colonie.
Finden die Einwanderer dagegen im aufnehmenden Lande
eine der vaterländischen gleiche oder höhere Cultur, so nehmen
sie diese gleich an, verlieren ihre nationalen Eigenthümlichkeiten
und brechen vollständig mit dem Mutterlande. Diese
Art der Auswanderung sollte daher nur da begünstigt werden,
wo keine andere möglich ist.
Der Mangel an Bevölkerung muss auch bekämpft
werden durch Abschaffung der internationalen Schranken, und
besonders dadurch, dass die einheimischen Naturkräfte mög-