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Ergebnis der bisherigen 3 Sammlungen im Gefamtbetrage von Mb. 1728 300.-
bund. 1 ) Immer wieder haben im Verlaufe der langen, fchweren Kriegsjahre
die Sammler der Wohlfahrtzentrale offenen Zugang zu den Herzen der
Mitbürger gefunden, und ftatt des Trauerfpiels, welches eine Kollebte fo oft
zu bedeuten pflegt, manches beglücbende Erlebnis rührender Opferwilligbeit
erfahren. Befonders hervorgehoben feien auch die Beiträge der Barmer
Volbsfchullehrer mit Mb. 69500.—, fowie die erheblichen Beihilfen faft [amt
licher Barmer Vereine und Gefellfchaften.
Am 17. Obtober 1915 veranftaltete die Wohlfahrtzentrale gemeinfam
mit der Stadtverwaltung den
Hindenburgtag,
welcher einen Nettoertrag von Mb. 54226.— hatte. Als Erinnerungsmale
an die gewaltige Zeit wurden unter einem Baldachine vor der Ruhmeshalle
zwei von dem Bildhauer Wynand modellierte Schilde genagelt, einer „dem
großen Heerführer“ mit dem Wappen Hindenburgs, einer „den namenlofen
Helden“ mit dem Wappen der Stadt Barmen. Die Schilde werden fpäter
ihren Plaff an einer Hindenburganlage am Abfchluffe der Bahnhofftra^e
finden. An der Feier nahmen Vertreter aller Behörden und Fahnenab
ordnungen aller Krieger-, Turn- und Gefangvereine fowie [amtlicher Schulen
teil. Die Feftrede hielt der Oberbürgermei|ter Dr. Hartmann. Die zu einem
Maffenchor vereinigten Barmer Gefangvereine trugen mit Begleitung des
ftädtifdien Orchefters den Schlu|ichor des Kaifermarfches von Richard Wagner
und das Altniederländifche Danbgebet vor. Jeder, der einen Nagel einge-
fchlagen, fchrieb [Ich in das eiferne Buch der Stadt Barmen ein. Junge
Mädchen verbauften befonders zu dem Tage geprägte Hindenburgmünzen
und Poftbarten. Zu der erhebenden, überaus würdigen Feier hatte das
Kriegsminifferium zwei Beutegefchüffe überwiefen, welche vor der Ruhmes
halle Aufhellung fanden.
Im Verlaufe der dem Hindenburgtage folgenden Wodien zogen
Schulen und Vereine gefchloffen zur Nagelung der Sdiilde. Es boftete ein
goldener Nagel Mb. 50.—, ein filberner Nagel Mb. 10.—, ein weiter
Mb. 3.—, ein eiferner Mb. 1.— und ein Vereins- oder Schülernagel 50 Pfg.
Als weitere Einnahmequelle wurde im Dezember 1915 die fogen.
Gedenktagsspende
errichtet. Diefelbe wendet fidi an alle Einwohner jeden Alters mit der
>j Die übrigen in den folgenden Abfchniiten erwähnten Geld-Sammlungen ergeben eine
Summe von Mk. 146 500. — Die Nationalfpende für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen
erbrachte bisher Mk. 334000. — Die U-Boot-Spende Mk. 100212, fodafj fich die freiwilligen Beiträge
der Barmer Bürgerfchaft bis zum 31. Mai 1917 auf insgefamt Mk. 2 309 012 belaufen.