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auch Sandsteine mit Fucoiden-Mergel, sowie hie und da dichte, glimmer
reiche Sandsteine, die an unser Gebirgs-Eocen erinnern. Wir halten diese
Schichten für ein Aeguivalent des Eocens und das, wie uns dünkt, mit
großer Wahrscheinlichkeit, denn das Erdöl dieser Schichten ist harzig,
geringgradig, paraffinreich und hat kurz gesagt ein junges Aussehen;
es bilden ferner diese Schichten, wie man es an mehreren Orten deutlich
wahrnehmen kann, das unmittelbare Liegende der Menilit-Schiefer.
Die rothen Thone sind auch hier, namentlich im nördlichen Theile, bei
Wojtowa, Libusza u. s. w. sehr mächtig entwickelt und alterniren mit eocenen
Sandsteinen. Obgleich sie auch eocenen Alters sind, so scheinen sie dennoch
einen geologisch etwas höheren Horizont einzunehmen, als die rothen Thone
im südlichen Theile unseres Terrains. Denn Während die rothen Thone
im Gebirge einerseits mit den Nummuliten-Sandsteinen, anderseits aber
mit den echten strzolkaartigen Ropianka-Schichten im einigen Connex stehen,
so daß sie gewissermaßen den Uebergang von einer Formation zu der
anderen vermitteln, sieht man hier auf der subkarpathischen Ebene in ihrer
Gesellschaft keine Ropianka-Schichten. Auch ist es uns nicht gelungen, hier
den sonst für die rothen Thone so charakteristischen Nummuliten-Sandstein
aufzufinden. Es unterliegt somit keinem Zweifel, daß diese Felsart sich
in mehreren Horizonten wiederholt. Für uns sind jedoch nur die rothen
Thone wichtig, die unmittelbar auf die Ropianka-Schichten aufruhen, und
den Nummuliten-Sandstein enthalten.
Was die Lagerungsverhältnisse betrifft, so müssen luir 'gestehen, daß
dieses Terrain sehr wenig Gelegenheit zn derartigen Studien darbietet.
Alle Bäche schneiden sich nur sehr seicht ein, und was die Bergbaue an
belangt, so fällt es den meisten Herren technischen Grubenverwaltern gar
nicht ein, Beobachtungen dieser Art anzustellen. Die unsererseits von den
Bergleuten erhaltenen Daten sind zu unsicher, als daß man im Stande
wäre, sie zu verwerthen. Aus den kleinen Einschnitten und Furchen, welche
wir zu besichtigen Gelegenheit hatten, folgt, daß das Eocen sich mit einer
leicht gehobenen Falte an die Karpathen anschmiegt, ohne irgendwo eine
größere Unregelmäßigkeit oder Störung zu bilden.
Es ist erwähnenswerth, daß die Sandsteine in diesem Horizonte oft
auf sehr kleinen Erstreckungen sich auskeilen oder ausbauchen, stellentveise
auch kleinere oder größere Nester von Schieferthonen enthalten. Dieser
Umstand erklärt die sehr verschiedenfache Ergiebigkeit der oft nahe neben
einander gelegenen Schächte.
So traf die Krakauer Gesellschaft z. B. in ihrem Terrain auf eine
mächtige Schichte von Thonen, während dieselben in der nächsten Nähe
im Libuszer Bergbaue wenig, in Lipinki hingegen sehr unbedeutend ent-