Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

Verlassen  wir  nun  diesen  Durchschnitt  und  betrachten  einen  anderen,
nämlich  jenen  zwischen  Blich  und  dem  Heìm-Berg.  Das  Terrain  erhebt
sich  langsam,  stellenweise  sogar  terrassenförmig  stetig,  was  durch  die  Widerstandsfähigkeit ­
  einzelner  Gesteine  gegen  die  Erosion  bedingt  wird,  bis  es
endlich  im  Berge  Heim  (der  Helm)  dessen  Name  seiner  ungewöhnlichen
Form  ganz  entspricht,  bis  zur  Höhe  von  779  m  emporschießt.  Wir  begeben ­
  uns  jetzt  an  dem  Hetmuwka-Bache,  der  gegenüber  von  Blich  in
die  Ropa  mündet,  und  dessen  Mündung  wir  bereits  kennen  gelernt  haben.
Vor  Allem  treten  uns  hier  typische  untere  Ropianka-Schichten  d.  i.
die  strzolkaartigen,  kalk-  und  hieroglyphenreichen,  krummschaligen  Sandsteine ­
  entgegen,  denen  die  oberen  Ropianka-Schichten  d.  i.  die  dünkten
schiefer-  und  plattigen  glimmerreichen  Sandsteine  concordant  aufliegen.
Weiter  oben  gelangen  wir  in  eine  Schlucht,  die  in  einem  Wachholder  Gebüsch ­
  am  Fuße  des  Heim  liegt.  Hier  sehen  wir,  wie  die  Ropianka-Schich
ten  plötzlich  aufhören  und  den  Menilit-Schichten  Platz  machen,  die  im
Drggówka-Bache  zu  einer  mächtigen  Entwickelung  gelangen  und  von  Loste
herüber  streichen.  Sie  entwickeln  sich  hier,  ähnlich  wie  an  anderen  Orten
in  Gestalt  von  kaffeebraunen,  bituminösen  Schiefern,  und  sind  hier  durch
zahlreiche,  gebänderte  Hornsteine  ausgezeichnet.  Sie  sind  von  den  Ropianka-Schichten ­
  durch  eine  dünne  (eocene?)  Sandsteinpartie  getrennt.
Es  ist  auffallend,  daß  sowohl  das  Fallen  als  auch  das  Streichen
dieser  Menilit-Schiefer  weder  mit  dem  allgemeinen  Streichen  und  Verflächen,
noch  dem  des  Liegenden  übereinstimmt.  Sie  bilden  nämlich  eine  zusammengeschobene ­
  Mulde  und  streichen  hierbeinahe  gegenN.  (23h),  fallen
aber  sehr  nach  W.  Die  ganze  Synklinale  liegt  also  von  der  allgemeinen
Richtung  rechts  ab  und  verbleibt  ziemlich  lange  in  dieser  anormalen  Lagerung, ­
  wie  wir  dies  im  nachstehenden  Durchschnitte  noch  sehen  werden.
Bemerkenswerth  ist  der  Umstand,  daß  wir  weiter  gegen  den  Hehn  zu,
gleich  hinter  den  Menilit-Schiefern  wiederum  die  oberen  Ropianka-Schichten,
ans  welche  die  rothen  Thone  folgen,  begegnen.  Nachher  kommt  eine
kleine  Partie  unserer  gewöhnlichen  eocenen  Schichten  und  endlich  die
ganze  Masse  des  Helm-Berges  mit  einem  Schichtencomplexe  dessen  Alter
nicht  ganz  klar  ist,  da  man  dieses  zwischen  dem  oberen  Eocen  und  Oligocen
tvählen  könnte.
Es  sind  das  plattige  Sandsteine,  stellenweise  bis  1':)  m  mächtig,  feinkörnig ­
  mit  mergeligem  Bindemittel,  an  ihrer  Oberfläche  feine  serpulenartige
Hieroglyphen  enthaltend.  Das  Verwitterungsprodukt  des  Gesteines  ist
lehmig,  manganbraun,  die  Festigkeit  nicht  sehr  groß,  obwohl  dasselbe  im
frischen  Bruch  recht  hart  zu  sein  scheint.  Diese  Sandsteine  alterniren  mit
mergelig  thonigen  hellen  Schiefern,  die  braun  verwittern  und  von  geringer
Mächtigkeit  sind.  Ihr  Verflächen  ist  schwebend  5  h,  so  daß  sie  auf  den
            
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