Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

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Daß  unsere  Ansicht  über  diese  Verhältnisse  sehr  wahrscheinlich  ist,
beweist  folgende  Auseinandersetzung.
In  dem  Bergbanterrain  zeigen  sowohl  die  Menilit-Schiefer  als
auch  die  Ropianka  -  Schichten  ein  Fallen  gegen  NON.  Unsere  letztere
Beobachtung  erhält  einen  höheren  Grad  von  Wahrscheinlichkeit,  wenn  wir
bedenken,  daß  wir  es  hier  mit  der  Fortsetzung  des  nördlichen  Flügels  des
Sattels  von  Rdziostów  zu  thun  haben,  wo  doch  das  Fallen  ganz  deutlich
sowohl  am  Dunajec-Flusse,  als  auch  im  Walde  bei  Trzykowa  nordwestlich ­
  war.
Unser  Profil  Nr.  6,  das  doch  die  unmittelbare  Fortsetzung  dieses
Zuges  durchschneidet,  zeigt  die  nämlichen  Verhältnisse,  d.  i.  das  Fallen  der
Ropianka-Schichten  gegen  NO.  unter  die  Menilit-Schiefer.
Sämmtliche  Bohrungen,  die  in  den  Menilit-Schiefern  angelegt  sind,
sind  sehr  reich  an  Gasexhalationen,  einige  sogar  in  solcher  Menge,  daß
von  Zeit  zu  Zeit  eine  förmliche  Eruption  eintritt,  indem  durch  die  Expansion ­
  der  Gase  die  ganze  Wassersäule  des  Bohrloches  mit  dem  Schlamme
herausgeschleudert  wird.  Dieser  Gasreichthum  beschränkt  sich  jedoch  in
unserem  Terrain  keineswegs  auf  die  Menilit-Schiefer  allein,  er  ist  allen
bituminösen  Schiefern  gemein.
Der  praktische  Rath,  den  ein  Geolog  diesem  Bergbau  ertheilen  kann,
ist,  daß  man  soviel  als  möglich  sich  von  den  Menilit-Schiefern  entfernen,
und  bergauf  in  das  Gebiet  der  Ropianka-Schichten  begeben  soll.  Es  ist
jedoch  keineswegs  rathsam  die  Menilit-Schiefer  ganz  zu  verlassen,  da  man
hernach  die  Ropianka-Schichten  zu  seicht  treffen  würde,  und  die  Erfahrung
lehrt,  daß  nur  dann  das  Resultat  günstiger  ist,  wenn  die  ölführenden
Schichten  ziemlich  tief  durchteuft  werden.  Anderseits  aber  ist  cs  sehr
gefährlich  sich  bergab  gegen  das  Smolnik-Thal  zu  begeben,  da  man  auf
diese  Weise  mit  einer  zu  großen  Mächtigkeit  der  Menilit-Schiefer,  die
keine  größeren  Oelmengen  enthalten,  kämpfen  müßte.
Wenn  wir  jetzt  den  Bergbau  verlassen,  und  uns  auf  die  andere
Seite  des  Bierzwicki-Baches  auf  den  sog.  Krasinski-Berg  oberhalb  der
Wola-marcinkowska  begeben,  so  erblicken  wir  im  Hangenden  der  rothen  Thone
weiche,  grobkörnige  Sandsteine,  die  stellenweise  zahlreiche,  jedoch  schlecht
erhaltene  Nummuliten  führen.  Es  ist  also  zweifellos,  daß  diese  Partie
dem  Eocen  angehört.  Dieser  ganze  Hügel  bildet  die  Fortsetzung  des
Chelmecki-Berges  und  ist  von  ihm  durch  den  Bierzwicki-Berg  getrennt,
so  daß  die  bei  den  eocenen  Massen  zwei  isolirte  Kuppen  bilden,  von
denen  die  zweite  d.  i.  jene  des  Krasinski-Berges  sich  weiter  westwärts
hinzieht,  und  von  unserem  Profil  Nr.  6  durchschnitten  wird.
Diese  Schichten  streichen  gegen  9  h  SE.,  so  daß  diese  Lagcrungsweise
  mit  der  der  rothen  Thone  im  Bachthale  übereinstimmt.  Aber  auch
            
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