Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

I. 
Einleitendes nnd Wervandsgründung. 
Zum Verständniß der zu behandelnden Fragen für Die 
jenigen, welche mit den Verhältnissen der Stickerei weniger 
vertrant sind, dürfte eine kurze einleitende Auseinandersetzung 
angezeigt sein über die verschiedenen Produktionsstände in der 
Stickerei, sowie einige Bemerkungen über die letztere überhaupt. 
Die Maschinenstickerei, aus einer appenzellisch-st. gallischen Hans- 
nnd Handindnstrie herausgewachsen, lourde nach und nach zu 
einer vstschlveizerischen lind vvrarlbergischeil Hanptindnstrie nnd 
zu einer der bedeutendsten Exportindlistrien der Schweiz, deren 
Produktionswerth in den letzten Jahren zwischen 90—100 
Millionen Franken jährlich betrug und deren Absatz so ziem 
lich den ganzen zivilisirten Erdkreis umspannte. Die jähr- 
lichen Exportzifferil cher Absatz in der Schweiz ist darin selbst 
verständlich nicht inbegriffen) betrngell: 
1885: 84 Millionen Franken, 1888: 82 Millionen Franken, 
1880:84 „ ' ,, 1889:81 
1887:83 „ ,, 1890:900a „ 
Die Bedentlmg dieser Summe wird erst verständlich, wenn man Allgemeines, 
bedenkt, daß wohl bei keiner andern schlveizerischen Industrie 
die Strohindllstrie allsgenommen — beim fertigen Pro 
dukte der Arbeitslohn im Verhältniß zum Rohprodukte in 
gleichem Maße überwiegt. Mail lvird behaupten können, daß 
in der jährlichen Prodnktionssniiune der Stickerei die Roh 
stoffe, Gebranchsmaterialien, Maschinen- nild Oiebändezinse 
höchstens zirka 30—35 °/ 0 betragen nnd daß der Rest Arbeits 
lohn re. ist, an dem neben der Hanptindnstrie ' freilich auch 
»
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.