Full text: L'Impôt foncier et la captation personelle sous le Bas-Empire et à l'époque franque

Das dem Forschungsinstitut aus Handwerkerkreisen so häufig 
vorgebrachte Argument, daß eine Bessergestaltung der Einzelbetriebe 
infolge Kapitalmangel häufig unmöglich sei, trifft auch im 
Malergewerbe zu. Die Ansicht, daß eine Rationalisierung unbedingt 
mit einem großen Kapitalbedarfe verknüpft sein müsse, ist irrig. 
Gewiß werden viele Betriebe eine Steigerung ihrer Wirtschaftlich- 
keit nur dann erzielen, wenn sie sich mit Hilfe neu zugeführter Kapi- 
talien reorganisieren. Nicht jede Betriebsrationalisierung erfordert 
Neukapital, sie kann häufig ganz oder teilweise ohne Neukapital 
erfolgen, 
Um die dem Handwerk zur Verfügung stehenden Kapitalien 
den wirklich bedürftigen Stellen zuzuleiten, wäre es zu empfehlen, 
daß die Kreditgenossenschaften, Gewerbebanken, Rohstoffgenos- 
senschaften mit Bankabteilungen usw. Kapitalien nur solchen 
Gründern zuführen, die an Hand von Vorkalkulationen den Nach- 
weis erbringen, daß die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen 
rentablen Betrieb gegeben sind. 
Was von der Vermögens- und Arbeitsorgani- 
sation, besonders aber von der Finanzierung neu zu grün- 
dender Betriebe gesagt wurde, hat auch für bereits bestehende Be- 
triebe Geltung, Man sollte deshalb nicht nur bemüht sein, für die 
bereits bestehenden Betriebe billige Kredite zu beschaffen und 
diese gegen die üblichen Sicherheiten ausleihen, sondern die Kredit- 
würdigkeit in obigem Sinne prüfen, Die Erfahrung lehrt, daß außer- 
gewöhnlich billige Kredite manchem Betriebe Anreiz zur Kredit- 
inanspruchnahme geben, obwohl sie hierfür kein Bedürfnis 
haben. Solche Kredite reizen zu Neuanschaffungen und Neu- 
organisationen, die die Wirtschaftlichkeit der Betriebe eher 
verschlechtern, als verbessern, 
Möglicherweise ergibt die Rentabilitätsprüfung, daß 
ein Betrieb über „zuviel Kapital“ verfügt, d, h, es sind Ver- 
mögensobjekte vorhanden, deren Gebrauchswerte sich im Rahmen 
des Betriebes nicht voll ausnützen lassen, Rationalisierungsmaß- 
nahmen können deshalb auch zur Einsparung von Kapital führen, 
Der ermittelte Kapitalüberschuß wird dem Betriebe entnommen und 
an anderer Stelle rentabler angelegt. Die Rentabilität des im Be- 
triebe bleibenden restlichen Eigenkapitals steigt dadurch. 
Mittel der Kapitaleinsparung sind auch wirtschaftlich leistungs- 
fähige Genossenschaften, Einkaufsgenossenschaften, die über ein 
großes, assortiertes Warenlager verfügen, entbinden den 
Malermeister davon, selbst ein Lager in Roh- und Hilfsmaterialien 
zu halten, Besitzen die Genossenschaften auch eigene den Mitglie- 
dern zur Verfügung stehende Materialaufbereitungsmaschinen und 
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