Full text : Das Viehversicherungswesen im Deutschen Reich

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Für  sie  wurde  von  der  Centralstelle  des  landwirthschaftlichen  Vereins
in  Baden  ein  Normalstatut  entworfen,  welches  einer  großen  Anzahl
der  neueren  Vereine  zu  Grunde  liegt.
Im  Kreise  Karlsruhe*)  bestehen  23  Vereine  mit  einer  Mitgliederzahl ­
  von  3,328.
Die  Vereine  versicherten  7,214
Stück  Vieh;  der  versicherte  Werth  betrug  837,925  fl.
der  Reservefond  (sämmtlicher  Vereine  zusammen)  1,779  fl.  57  kr.
Geleistete  Entschädigung  abzüglich  des  Erlöses
aus  gefallenem  Vieh  6,186  fl.  53  kr.
„Die  Zahl  der  Vereine  überhaupt  im  Kreise  Karlsruhe  (denen  das
Musterstatut  zu  Grunde  liegt),  hat  sich  1872  um  12  vermehrt.  Die
Zahl  der  Mitglieder  hat  um  1912  zugenommen,  welche  Zunahme
theils  durch  die  Vermehrung  der  Vereine,  theils  durch  die  Zunahme
der  Mitgliederzahl  der  einzelnen  Vereine  bedingt  ist.  Hinsichtlich  der
Zahl  der  versicherten  Thiere  weisen  einzelne  Vereine  eine  Verminderung ­
  nach,  trotz  vermehrter  Mitgliederzahl,  wahrscheinlich  ein  Anzeichen ­
  allgemeiner  Verminderung  des  Viehstandes  in  Folge  hoher
Preise,  welche  zum  Verkaufe  erwachsener  Thiere  veranlaßten  und  auch
manches  Kalb,  das  sonst  wohl  aufgewachsen  wäre,  zur  Schlachtbank
lieferten.  Im  Ganzen  hat  sich  die  Zahl  der  versicherten  Thiere  um
3,939  Stück  vermehrt.  Der  Werth  der  versicherten  Thiere,  sowohl
mit  Berücksichtigung  der  gesteigerten  Anzahl,  als  auch  abgesehen  davon,
hat  sich  ganz  bedeutend  erhöht.  Das  Versicherungskapital  der  sämmtlichen ­
  Vereine  zusammen  hat  sich  um  559,450  fl.  vermehrt.  Im
Durchschnitt  wurden  im  letzten  Jahre  (1872)  46  kr.  pr.  100  fl.  Versicherungssumme ­
  bezahlt;  im  Ganzen  wurden  4,464  fl.  31  kr.  mehr
an  Entschädigungen  bezahlt  als  im  vorigen  Jahre.  Der  Reservefond
hat  sich  um  1.019  fl.  2  kr.  erhöht."
„1868  **)  bestanden  im  Bezirke  Pforzheim  bereits  14  Vereine
mit  1,553  Mitgliedern  und  3,720  Stück  versicherten  Viehs.  Es
mußten  in  demselben  Jahre  108  Stück  Thiere  vergütet  und  hierfür
eine  Summe  von  4.944  fl.  49  kr.  aufgewendet  werden.  Darunter
befanden  sich  7  Stück,  welche  am  Milzbrand,  43  Stück,  welche  an
Lungenseuche  verendeten  oder  getödtet  werden  mußten.  Im  Jahre
1870  hatte  sich  die  Zahl  der  Vereine  um  1  vermehrt,  die  Mitgliederzahl ­
  sich  auf  4,475  erhöht,  und  es  mußten  68  Thiere  mit  einer  Summe
von  3,012  fl.  vergütet  werden.  Gegenwärtig  (1873)  befinden  sich
18  Vereine  in  dem  genannten  Bezirke.
Das  Institut  der  Ortsviehversicherungsvereine  ist  (mit  Ausnahme
der  Schwarzwaldbezirke)  fast  über  das  ganze  Land  verbreitet.  .  .  Den
Ortsvereiuen  Rückversicherung  zu  geben,  ist  im  Werke.  Die  Centralstelle ­
  des  landwirthschaftlichen  Vereins  hat  die  Frage  wegen  einer
Landesviehversicherungsanstalt  bereits  aufgegriffen  und  werden  die
Verhandlungen  hoffentlich  zu  dem  gewünschten  Ziele  führen."
*)  Wochenblatt  des  landw.  Vereins  in  Baden  1873  Nr.  22.
**)  Funk:  Ortöviehversicherungsverein  rc.
            
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