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Deutschland (Urproduktion: Brennereien, Ölsaaten).
Verwaltungsbezirke Brennereien Hektoliter
Ostpreußen.
Westpreußen
Brandenburg
Pommern .
Posen . .
Schlesien .
Sachsen. .
Schleswig-Holstein
Hannover
Westfalen
Hessen-Nassa,
Rheinland.
Hohenzollern
Preußen
Sachsen. .
Hessen . .
Mecklenburg
Thüringen.
Oldenburg.
Braunschweig
Anhalt . .
Elsaß-Lothringen
377
242
597
337
404
974
371
74
409
674
428
1721
494
7102
657
369
44
77
40
35
41
19317
27682
162931
269015
657631
300317
558965
600203
404231
51582
236445
152014
41641
123524
231
3 564 730
265977
23083
37169
16822
17661
42243
89 754
18807
4076246
Zusammen
Bemerkenswert ist die außerordentlich
große Zahl kleiner Brennereien im Elsaß
und deren geringer, übrigens stark zurück
gehender Ertrag. Während sich hier das
durchschnittliche Erzeugnis einer Brenne
rei nur auf 1,8 hl belief, betrug dasselbe
in der viel Melasse verarbeitenden Provinz
Sachsen, Anhalt und Braunschweig 1092,
1936 und 1218 hl, in dem kartosselbren
nenden Westpreußell, Brandenburg. Pom
mern, Posen 1105,1001,932 und 1326 hl.
Über die Branntweinerzeugung in
Bayern, Württemberg und Baden sind
die Angaben spärlich. In Bayern wur
den 1879 in 417 gewerbsmäßigen und
10,822 andern Brennereien 120,689 hl
Branntwein hergestellt; in Württemberg
zählte man 1879—80: 1520 Malz ver
wendende Brennereien; Baden hatte 1879 :
28,705 Brenngefäße mit 1,571,324 Lit.
Inhalt. Einen crsreulichen Aufschwung
nahm der Handel mit Sprit durch den
orientalischen Krieg, die Mißernten von
Mais in Österreich, das Mißraten des
Weins in Frankreich und durch die im
Juni 1878 eingetretene Ermäßigung der
Branntweinsteuer in Spanien, so daß be
deutende Versendungen dorthin sowie nach
England und Frankreich stattfanden. Da
durch stieg auch der Preis von Kartoffel
spiritus, welcher auf den Hauptspiritus
märkten : Berlin, Breslau, Danzig, Halle
a. S., Hamburg, Königsberg, Leipzig,
Magdeburg, Mannheim, München, Po
sen und Stettin im Ansang 1879 auf
höchstens 54 Mk. pro 10,000 hl gestanden
hatten, bis 55,28 Mk. Zu gleicher Zeit
lvilchs die Ausfuhr auf:
1879: 39188 Tonnen
1880 : 54107
Der mutmaßliche Verbrauch in dem
Neichsstcu crgebiet hob sich von 3,169,707 hl
1872 auf 3,949,983 hl in 1875; in 1879—
1880 betrug derselbe 3,418,067 hl. Es
entfielen auf den Kopf der Bevölkerung
1872:10,2,1875:11,8,1879-80: 9,Et.
b) Die Kultur von Ölsaaten wird be
sonders gepflegt in Schlesien, Westpreußen,
Sachsen, Posen, Pommern, West- und
Ostpreußen, Brandenburg, Mecklenburg-
Schwerin. Außer kleinern Posten von
Mohn und Leindotter wurden 1878 von
Raps und Rübsen 1,408,603 Ctr. geern
tet, doch wird der Bedarf dadurch bei wei
tem nicht gedeckt. So importierteD. 1880:
Leinsaat 74,1.21 Ton., Raps undRübsaat
66,335 T. und exportierte 39,551, resp.
21,928 T. An vegetabilischen Ölen
(Palmöl, Kokosnußöl, Leinöl,Baumöl rc.)
importiert D. gleichfalls sehr bedeutend.
Einfuhr 'Ausfuhr
1879 : 59455 8 833 Tonnen
1880 : 47967 22006
Eingeschränkt wurde der Bau von Ölpflan
zen vornehmlich durch zwei Umstände:
die Konkurrenz Rußlands in Leinöl und
den in neuerer Zeit allgemein werdenden
Verbrauch von Petroleum, das vorzugs
weise aus den Vereinigten Staaten bezogen
wird. Folgende Zahlen illustrieren das
rapide Anwachsen dieses Handels. Der
Handel mit Leinöl und Petroleum
betrug (in Tonnen netto zn lOOOKilogr.):
Jahr
1865
1870
1875
1880
Leinöl
Einfuhr Ausfuhr
7540
14500
28400
32880
126
385
486
497
Petroleum
Einfuhr Ausfuhr
13200
126000
278000
266565
976
29600
77000
25460