Full text: Lexikon der Handelsgeographie

21 
Anglomdisches Reich — Anhalt. 
Futterkörnern, Lein, trocknen Gemüsen, 
Wein, Baumwollwaren, Schiefer, Obst. 
AngloindischeS Reich, s. Ostindien. 
Angola, Landschaft in Niederguinea 
an der afrikanischen Küste, im weitern 
.Sinn die Gesamtheit der portugiesischen 
Besitzungen in Südwestafrika von 5—18° 
südl. Br. Sitz der portugiesischen Verwal 
tung ist die Hauptstadt San Paolo de 
L oa it da, zugleich auch Hauptstadt deö 
Gouvernements A., welchem die Gou 
vernements Ambriz, Benguela und 
Mossa medes unterstellt sind. Außer 
dem erheben die Portugiesen Ansprüche 
auf die Kimbundaländer und Dschimbandi. 
Areal des ganzen Besitzes: 
QKilom. QMeileir 
Ambriz mit Congo 231800 4 200 
Angola .... 66100 1 200 
Kimbundaländer . 150900 2 740 
Dschimbandi. . . 6200 113 
Mossamcdes. . . 354800 6 447 
Zusammen: 809300 14700 
Die Bevölkerung dieses Gebiets wird sehl- 
verschieden, von einigen auf 2, von an 
dern auf 9 Mill, angegeben, worunter 
die kleine Zahl der Weißen fast verschwin 
det. Ihr Einfluß wird aber durch »Pre 
sidios« oder Militärposten unterstützt und 
reicht bis 500 km ins Innere. Solche 
Presidios sind: Muxima, Massangano, 
Cucamba und das östlichste, bis zuiil 
Congo vorgeschobene Kassandschi. Von 
den zahlreichen Flüssen, welche das Land 
durchströmen, sind der Congo, Luncnc 
und der untere Coanza befahrbar (letztere 
beide aber nur zue Regenzeit und für- 
kleinere Fahrzeuge). Da Pferde, Kamele 
und Ochsen nicht gedeihen, so sind die 
Verkehrsverhältnisse der primitivsten Art- 
der Mensch tritt als Träger und Lasttier- 
auf. — Die Produkte des Laudes sind: 
Aams, Tabak, Indigo, Reis, Baum 
wolle; im O. werden Kaffee, Zucker 
rohr u. a. gebaut, aber nur in geringen 
Mengen, welche für die Ausfuhr keine 
Bedeutung haben. Von tierischen Pro 
dukten kommen Elfenbein und Büffel 
häute in den Handel, welche die Pom- 
bciraö, die das Land durchziehen, von 
»w Eingcbornen nebst Kopalharz und 
Palmöl einhandeln und an die Küste 
bringen. Die Trägerkarawanen haben 
aber viel durch Räuber zu leiden, und jedcr 
Hauptling, dessen Gebiet sie durchziehen, 
erhebt eme Abgabe. An Mineralien scheint 
großer Reichtum zu sein, und Eisen 
erzablagerungen sowie Kupfer-, Blei- und 
Schwefelminen werden von Eingebvrncn 
wie Portugiesen ausgebeutet. Petroleum 
rieselt aber unbeachtet ans den Bergen. 
Angostura, s. Ciudad Bolivar. 
Angoulême (sprmnghguliìm), Hauptstadt 
des franz. Departements Charente, an der 
Orleans-und Charentebahn; (1876) 28,665 
Einw. Handelsgericht; BanquedeFrance, 
Société générale; Papier-, Tapeten- und 
Wollfabrikation, Zuckerrafsinerie und 
Handel mit diesen Erzeugnissen. 
Anhalt, zumDeutschen Reiche gehöriges 
Herzogtum, 2322,7 qkm (42,18QM.) mit 
(isso) 232,747 Einw., dagegen 1875: 
213,565 (208,238 Protestanten, 3473 Ka 
tholiken, 1763 Juden). — Produktion. 
Bon dem Gesamtareal sind 62 Proz. Acker 
und Gärten, 9 Proz. Wiesen und Weiden, 
24 Proz.Forst. Von 139,303dg.Acker wa 
ren 1878:77,119 mit Getreide. 37,103 mit 
Hackfrüchten (11,684 mit Zuckerrüben) bc- 
MH. SBi#wib 1873 : 52,976 9ünbcr, 
14,403 Ißfcrbc, 163,217 @d)afc, 43,640 
Schweine. Der Bergbau förderte 1879 - 
TääK 
Stemsalzwerk zu Leopoldshall 304,786 T. 
(2,846,134 Alk.) Kalisalze, ferner Kai 
mt re., die Salinen für 6V: Mill. Bik. 
Chlorkalium, Glaubersalz re. Hütten- 
und Hammerwerkindustrie im Selkethal 
(Eisengießerei Mägdesprung) mit 3595 T. 
Eisenguß. 1879 wurden in 33 Zuckerfabri 
ken 171,770 Ctr. Rohzucker, tit 82 Braue- 
mcit 212,000 hl Bier, in 43 Brennereien 
84,931 hl Branntwein erzeugt; 1880zählte 
man 635 feststehende Dampfkessel.—Nach 
dcrGewerbczählungvon 1875 gab es 13,733 
Hauptbetriebe mit- 44,420 darin beschäf 
tigten Personen. Der Handel vcrtreibtGc- 
trcide, Wolle (für beide bedeutender Markt 
in Dessau) Vieh, Zucker, Spiritus, Salze. 
T Gibe mit betn 
Hafen Wallwitzhafeu bei Dessau, Saale,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.