Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Spanien  (Urproduktion:  Viehzucht,  Forstkultur,  Bergbau).

Vaumwolltultur,  früher  ausehnlich,
  hat  jetzt  fast  ganz  aufgehört,  und
S.  führte  1879:  38,4  Mill,  kg  Rohbaumwolle ­
  eilt  ;  dagegen  gewinnt  dasEspartogras
  als  Ausfuhrartikel  hervorragende
Bedeutung.  Diese  früher  wenig  beachtete
Pflanze  findet  sich  auf  wüsten  und  von
der  Kultur  verlassenen  Strecken,  namentlich ­
  von  Alicante  bis  Cartagena.  1878
wurden  ausgeführt:  roh31Mill.  kg,  bearbeitet ­
  1,2  Mill.  kg.  Weniger  wichtig  ist
die  Ausfuhr  von  Süßholz,  das  immer
weniger  roh,  mehr  ertrakt-  und  teigartig  in
den  Handel  gelaugt,  und  von  dem  man
1879:  2,5  Mill,  kg  exportierte.
DieViehzueht  ist  immer  noch  sehr  ausehnlich
  und  bildet  einen  wichtigen  Faktor
im  Handel,  doch  wendet  mau  nur  auf  die
Zucht  von  Mauleseln  und  Eseln  Sorgfalt. ­
  Nach  der  Zahlung  von  1865  gab  es

Den  Jahresgewinn  sämtlicher  Erzeugiiisse
  der  Viehzucht  schätzt  man  auf340Mill.
Mk.  Der  Zdandel  mit  î'ipivn  mth  tieris

Werbe  .  .  680373  Schafe  .  .  22468909
fôfel  .  .  .  1298334  Schweine  .  4351736
Maultiere  .  1021512  Ziegen  .  .  4531228
Rinder  .  .  2967303  Kamele.  .  3181
Der  Export  von  Rindvieh,  welcher  von
der  Nordküste  nach  England  geht,  ist
durch  die  amerikanischen  Sendungen  schon
ebenso  wesentlich  affiziert  worden  wie  die
Ausfuhr  von  Cerealien;  so  betrug  die  Ausfuhr ­
  von  Vieh  1879  nur  noch  124,436
Stück  gegen  eine  Einfuhr  von  165,748
Stück.  Das  ausgeführte  Vieh  ist  aber  von
höherm  Wert;  1879  wertete  dasselbe  6,5
Bkill.  Mk.,  das  eingeführte  4,6  Mill.  Mk.
Die  spanische  Wolle  war  früher  weit  wertvoller, ­
  auch  das  Quantum  der  Produktion
weit  größer.  Man  führte  1879:  1,6  Mill,
kg  ein  und  bessere  einheimische  Sorten
(3,8  Mill,  kg)  aus.  Auch  die  Gerbereien
sind  für  ihre  Zufuhr  von  Häuten  und
Fellen  vom  Ausland  abhängig,  denn  während ­
  die  Ausfuhr  nicht  nennenswert  ist,
kamen  1879:  7,5  Mill.  kg  ins  Land.
Auch  die  Fischerei,  welche  an  den  Küsten ­
  von  Biscaya,  Galicien,  Audalusieu,
Valencia  und  Katalonien  viele  Tausende
beschäftigt  und  Thunfische,  Sardinen,
Sardellen  und  Salme  auf  den  Markt
bringt,  vermag  den  Bedarf  nicht  zu  beşi'àgen,
  denn  noch  1879  führte  S.  40,i
Mi«,  kg  Klipp-  und  Stockfisch  von  Skandinavien ­
  und  Nenfundland  ein.

Der  Handel  mit  Tieren  und  tierischen ­
  Nahrnngsmitteln  wertete  1878  in
der  Einfuhr  15,6  Milt.  Mk.,  in  der  Ausfuhr, ­
  10,6  Mill.  Mk.
Die  Seidenzucht,  vornehmlich  zu
Hause  in  den  Provinzen  Valencia,  Murcia ­
  und  Katalonien,  war  früher  von  weit
größerer  Wichtigkeit.  Die  Seidenernteii
ergaben  1873:  130,000kg,  aber  1877  nur
66,000  kg,  und  während  die  Ausfuhr
1877:  3078  kg  betrug,  hob  sie  sich  1878
auf  10,546  kg.  Dabei  hob  sich  derJmport
auf  144,582  kg.  —  Kochenillezucht
wird  seit  einigen  Jahren  um  Malaga  und
Motril  in  großem  Maßstab  betrieben.
Der  Forstwirtschaft  wendet  man  in
neuerer  Zeit  mehr  Aufmerksamkeit  zu.
Manche  Gegenden  sind  schon  völlig  baumlos, ­
  obschon  andre  vorzüglichen  Waldwuchs
  zeigen.  Doch  ist  S.  für  sein  Nutzholz, ­
  namentlich  seine  Küpereieu,  zum
größten  Teil  von  Norwegen  und  Schweden ­
  wie  von  Nordamerika'abhängig;  1877
wurden  von  dort  für  19.»  Mill.  Mk.  Hölzer ­
  eingeführt.  Dagegen  liefert  Katalonien
von  seinen  Korkeichen  einen  sehr  wichtigen
Ausfuhrartikel.  Der  Export  von  Kork
betrug  1878:  Pfropfen  2,232,443,000
Stück,  Platten  und  Stücke  2,748,058
kg  it.  a.
Der  Mineralreicht  u  m  ist  ein  außerordentlich ­
  großer,  doch  wird  er  sehr  unvollkommen ­
  ausgebeutet.  Mit  Ausnahme
der  Quecksilbergruben  und  einiger  Salzwerke ­
  sind  sämtliche  Werke  in  den  Händen ­
  von  Privaten.  1869  waren  bes  der
Gewinnung  von  Erzen  und  Metallen  in
3276  Gruben  über  45,000  Arbeiter  beschäftigt. ­
  Nach  den  letzten  Erhebungen
sind  die  bedeutendsten  Silberbergwerke
in  den  Provinzen  Almeria,  Guadalajara
und  Tarragona.  Quecksilber  kommt  aus
zwölf  Minen  Von  Almadén,  wo  3000  Arbeiter ­
  beschäftigt  sind.  Eisenerz  wird
vornehmlich  in  Biscaya,  Guipúzcoa,  Navarra, ­
  Santander,  Oviedo  und  Granada
gewonnen,  und  die  bedeutendsten  Eisenhütten ­
  befinden  sich  in  den  Provinzen  Navarra, ­
  Oviedo,  Sevilla  und  Alicante.  Au
Kupfer  besitzt  die  Provinz  Huelva  große
            
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