Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Spanien  (Bergbau,  Industrie).

Lager;  1873  wurden  die  Minen  von  Rio
Tinto  an  ein  Syndikat  von  Londoner  und
Hamburger  Firmen  um  19,2  Mill.  Mk.
verkauft,  die  von  Tharsis  gehören  schon
länger  einer  englischen  Gesellschaft.  Für
den  Bleibergbau,  worin  S.  alle  Länder
Europas  übertrifft  (von  einer  Jahresproduktion ­
  von  4,884,000  Ctr.  kommen
1,095,000  Ctr.  ans  ©.),  sind  Hauptsitze:
Murcia,  Almeria  und  Jaen.  Gakmei-(
  Zink  -)  Erze  fördert  man  in  Santander,
Guipúzcoa,  'Murcia,  Granada,  Malaga
"nd  Almeria.  Die  Erze  werden  meist  nach
Belgien  ausgeführt  und  dort  verhüttet.
Im  Durchschnitt  ergaben  der  Bergbau
und  Hüttenbetrieb  folgende  Mengen:
Silber  ....  22500  Kilogr.
Quecksilber.  .  .  20640  Ctr.
Roheisen  .  .  .  722000  -
Kupfer  ....  38500  -
Blei  1000000  -
Zink......  20640  -
Kohle  ....  1158240  °
Salz  8000000  -
Braunstein.  .  .  350000  -
Schwefel  .  .  .  16500  -

DaöHüttenwescn  hält  aber  mit  dem  Bergbail
  nicht  Schritt,  daher  wird  ein  großer
Teil  der  Erze  exportiert,  Eisenerze  namentlich ­
  nach  England,  zu  welchem  Zweck
besoildere  Dampferliuicn  zwischen  Bilbao
und  englischen  Häfen  bestehen.  DieFirma
Krupp  in  Essen  besitzt  bedeutende  Eisenerzgruben ­
  bei  Bilbao,  aus  denen  sie  täglich ­
  400  Ton.  Erz  fördert.  Zuln  Transport ­
  derselben  dienen  (außer  gemieteten)
fünf  eigne  Dampfer  von  7800  T.  Silbererze ­
  gehen  zum  großen  Teil  ebenfalls
nach  Dclltschland  (Freiberg,  Harz).  Die
Ausfllhr  von  Erzen  wertete  1878:  41,7
Mill.  Mk.,  davon  Kupfererze  32,7,  Eisenerae
  9,9,  (Mmeiene  3,i  gm.  9%f.  Die
Ausfuhr  von  Metallen  fiel  1878  ans  46,4
Mill.  Mk.  von  62,4  Mill.  Mk.  in  1877;
davon  kamen  im  letzten  Jahr  auf  Blei
48,2,  ans  Quecksilber  12,7  Mill.  Mk.,  während ­
  die  Einfllhr  von  Nohmetallcn  gleichfalls ­
  siel  und  zwar  von  10,i  Mill.  Mk.
in  1877  auf  6,2  Mill.  Mk.  in  1878.  -
Steinkohle  ist  über  ein  Areal  von
900,000  ha  verbreitet,  wovon  auf  die
Bliebe  272,250,  Bur#
121,000,  Sorio  121,000,  Leon  90,750,

Patencia  90,750,  Teruel  60,500,  Santander ­
  60,500  ha  entfallen.  Man  schätzt
die  jährliche  Produktion  auf  600,000  metr.
T.,  1878  mußten  aber  noch  761,557  metr.
T.  im  Wert  von  20,8  Mill.  Mk.  zum  größten ­
  Teil  aus  England  eingeführt  werden.
—  Salz  wird  sowohl  vom  Staat  in  20
Haupt-  und  12  Unteranstaltcn  als  von
Privaten  und  zwar  sowohl  aus  Gruben
als  aus  Seewasscr  (Salzgärten)  gewonnen, ­
  letzteres  besonders  in  den  Lagunen
an  der  Bai  von  Cadiz,  am  untern  Guadalquivir, ­
  auf  Jviza,  bei  Torrevieja  u.  a.
Die  Ausfuhr  1878  betrug  246,6  Mill.  kg.
li.  Industrie.
Die  Industrie  ist  zum  großen  Teil  durch
die  Hülfe  des  Auslands  sowohl  mit  Kapital ­
  als  Menschenkräften  gefördert  worden. ­
  Zu  ihrer  Unterstützung  dienen  außer
den  Handelskammern  der  Jndustricverein
zu  Madrid,  Gewerbvereine  (in  neuerer  Zeit
gebildet)  und  Industrieausstellungen.  Von
dem  Gesamtertrag  aller  Industrien  entfällt ­
  0-  auf  Mühlen,  %  auf  Ölpressen,
Vs  auf  Baumwollspinnereien  und  -Webereien. ­
  —  Die  Mühlenindttstrie  hat
ihren  Hauptsitz  in  Altkastilien;  den  Wert
der  jährlichen  Produktion  aller  Wind-,
Wasser-  und  Dampfmühlen  schätzt  man
auf  50  Mill.  Mk.  An  sie  schließt  sich  die
Herstellung  von  Suppenteigcn  an,  welche
in  zunehmendem  Maß  (1878  mit  1,8  Mill,
kos)  am  Erport  teilnimmt.  —  Brauereien ­
  sind  in  den  meisten  größcrn
Städten  und  zwar  durch  Deutsche  angelegt
worden,  doch  findet  deutsches  Erportbicr
guten  Absatz  und  verdrängt  das  englische.
Dabei  bezieht  man  Hopfen  ausschließlich
von  Deutschland.  Auch  die  Brenilcrcien
sind  von  Wichtigkeit  (s.  oben).  Die  Herstellung ­
  von  Konserven  aller  Art  bildet
einen  nächtigen  Industriezweig,  der  1878:
2,2  Mill,  kg  in  denHandel  brachte.  Zucke  rraffinerien,
  welche  Kolonialzucker  verarbeiteten, ­
  bestehen  schon  seit  längerer  Zeit
im  südlichen  S.;  mit  dem  wachsenden
Zuckerrohrbau  beginnt  sich  auch  diese  Industrie ­
  zu  heben.  —  Die  Tabakfabrikation ­
  ist  Staatsmonopol;  große  Fabriken
bestehen  zu  Sevilla  (die  größte),  Madrid,
Santander,  Gijon,  Coruña,  Valencia  und
Alicante.  Die  Blätter  kommen  aus  Cuba,
            
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