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Spanien (Industrie).
Puerto Rico, beu Philippinen, aber auch
aus Deutschland: Baden, Pfalz, Magdeburg.
Erwähnenswert sind noch: die «Seifensiederei,
Gerberei und die Lederindustrie
ilberhaupt (friiher weit wichtiger), deren
Produkte (Korduan unb Saffian) einen
großen Ruf hatten; Fabrikation von Handschllhen
und Schuhzeug besonders auf ben
Balearen, das nach ben Kolonien geht. —
Die Eisenindustrie ist namentlich in
Katalonien stark vertreten. In Barcelona,
Malaro, Bich, Rens u. a. bestehen große
Eisengießereien; Dampfmaschinen ' und
Maschinen andrer Konstruktionen, in
neuester Zeit namentlich für Zuckerfabriken,
werden dort hergestellt; doch steht die
Leistungsfähigkeit dieser Anstalten weit
hinter den Änforderuitgen des Landes.
Ebenso ist S. für seinen Bedarf an Maschinen
, Maschinenteilen. Telegraphenapparaten,
Schiffen vom Ausland abhängig.
Der Import von Metall und Metallfabrikaten
betrug 1878: Eisen und Werkzeuge
59,i kg-, Maschinen, Maschinenteile,
Telegraphenapparate 10,7, Messingdraht
4,7 Mill, kg, ferner Stahl, Weißblech,
Schiffe u. a. Diesem Import steht ein
ganz geringer Export von Eisenwaren gegenüber.
Die deutsche Stahlindustrie hat
hier mit dem größten Erfolg die englische,
belgische und französische Konkurrenz geschlagen.
Der Bochumer Verein und die
Firma Krupp in Essen lieferten 1879:
38,000 Ton. Stahlschienen, Radreifen re.
an dieMadriderEiscnbahndirektion. Nähnadeln
kommen fast ausschließlich aus
Iserlohn, Schereir und Messer aus Solingen,
und deutscher Eisendraht findet
bedeutenden Absatz. — Glas wird in
einer Anzahl von Fabriken (größte zu
Gijon) fabriziert, doch meist nur geringere
Sorten; die bessern, auch Fensterglas,
werden eingeführt, nicht zum kleinsten
Teil von Deutschland; 1878 betrug
der Import 3,i Mill.kg. — Die Baumwot
(industrie hat ihre Sitze hauptsächlich
in Barcelona und Tarragona, im
Thal des Llobregat. In Katalonien allein
waren 1873 thätig 1400 Maschinen
mit 12,000 Pferdekräften. 48,000 Webstuhleu
und 1,250,000 Spindeln. 1876
betrug die Zahl sämtlicher Baumwollspiudeln
ill S. 1,775,000. Katalonien ist auch
Hauptsitz der Woll iit du strie, namentlich
Barcelona, Manresa, Tarrasa. Man
zählte 1873 über 5800 Webstühle mit
8700 Arbeitern und 160,000 Spindeln.
Seidenweberei wird mit 3100 Stühleit
in Madrid, Valencia, Barcelona,
Granada, Toledo, Sevilla betrieben. Auch
die Flachs spin nere iundLeinwcb crei
sind am stärksten in Katalonien, wo von
1000 mechanischen Stühlen 400 und von
5000 Handstühlen 2500 zu finden sind.
Doch arbeiten diese Industrien nur für den
einheimischen Markt, der vom Ausland
immer sehr große, allerdings abnehmende
Mengen bezieht. Es betrug 1877 der Wert
der Einfuhr (in Millionen Mark) von:
Baulliwollgļirir
Baumwollgewkben . . .
Hanf- und Leinengarn. .
Hanf- und Lcincngcweben
Wollgeweben
Seidengewcben
Mischgeweben
1.1
9.2
21,4
3.3
14,8
4.4
1,6
In jüngster Zeit ist der Import von Garnen,
Geweben und Seilerwaren aber bedeutend
heruntergegangen ; er betrug 1877 :
57,9, 1878: 39,8 Mill. Mk., zunl großen
Teil die Folge der gesteigerten Produktion
der einheimischen Industrie. Speciell
die deutschen Produkte: baumwollene und
wollene Strumpfwaren, namentlich aus
Apolda und Chemnitz, Hand- und Maschinenstickereien
aus Sachsen, konfektionierte
Filz- und Strickwaren, gedruckte
Tücher, halbwollene Zeuge und Futterstoffe,
weiße und schwarze Spitzen, Wäsche
werden in zunehmendem Maß eingeführt.
Deutsche Nähzwirne (Göggingen bei Augsburg)
machen den englischen bereits bedeutende
Konkurrenz. Aachener Tuche behaupten
sich gegen alle andern, und deutsche,
dem spanischen Geschmack entsprechende
Teppiche finden guten Absatz. —In Posamenten
ist zwar eine ansehnliche Thätigkeit,
doch reicht dies keineswegs hin für
den ansehnlichen und wachsenden Bedarf;
1878 wurden 189,452 kg Posamenten
und 244,724 kg Knöpfe eingeführt.—Die
Papierfabrikation hat ihren Sitz in
Barcelona und Gerona; 1877 gab es 33
Fabriken mit 42 Papiermaschinen. Diese