fullscreen: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Anders bei S p e z i a 1 fabrikation. Die direkten Aufwendungen, 
d. h. die Grundkosten sind aus den Material- und Lohnverteilungs 
büchern zu entnehmen; doch ist es unmöglich, die auf jedes Produkt 
entfallenden Zusatzkosten oder allgemeinen Unkosten im einzelnen 
zahlenmäßig festzustellen. Nun ist sicher, daß jeder Artikel, jedes 
Erzeugnis einen Teil der allgemeinen Unkosten tragen muß und daß 
sich diese Kosten ungleichmäßig auf die einzelnen Artikel und 
Fabrikate verteilen. Dieser Anteil wird gedeckt durch Zuschläge 
zuden direkten Ausgaben. Die Zuschläge werden auf Grund 
der Unkostenverrechnung des Vorjahres und unter Berücksichtigung 
der Kosten des laufenden Jahres oder nach dem Durchschnitt der 
letzten Jahre berechnet. Sind letztere vergleichsweise höher oder 
niedriger, ist die Beschäftigung geringer, so wird dies Berücksichti 
gung finden müssen. Ob damit die Kosten .auch tatsächlich gedeckt' 
sind, wird der zukünftige Jahresabschluß zeigen. In besonderen 
Fällen wird außer dem normalen Zuschlag ein besonderer Zuschlag 
gemacht. Ob alle Unkosten aufgeschlagen werden können oder 
nur ein Teil, ob der eine Artikel einen höheren als den rechnungs 
mäßig ihm zukommenden Aufschlag verträgt, ist Sache der fall 
weisen Entscheidung und Aufgabe der Geschäfts- bzw. Preispolitik 
(vgl. § 9). Auch hier muß betont werden, daß eine „preispolitische“ 
Kostenverteilung als grundsätzlicher Fehler in der Selbstkosten 
berechnung anzusehen ist. 
Wenn eine Unternehmung Fabrikate gleicher Art und Größe 
erzeugt, ist es gleichgültig, wie die Zuschläge erfolgen (vgl. § 49). 
Sobald eine Fabrik Produkte verschiedener Art erzeugt, ist die 
gerechte Verteilung der allgemeinen Unkosten auf 
jedes Einzelfabrikat an die Voraussetzung ge 
bunden, daß ein für alle Fabrikate gemeinsames 
Maß gefunden wird, an dem der größere oder g e - 
ringere An teilgemessen werden kann. Dieses Maß kann 
eine Gewichts- oder Maßeinheit (Länge, Fläche, Baum), ein Zeit 
oder ein Wertmaß (Stunden, Lohn, Materialwert, Produktionswert) 
sein (§ 41). Die Schwierigkeit liegt in der Bestimmung dieses Maßes; 
ob ein solcher absolut verläßlicher Vergleichswert, der eine sche 
matische Verteilung ermöglicht, stets gefunden werden kann, er 
scheint zweifelhaft. Überdies wird in vielen Fällen die Frage zu 
erörtern sein, ob alle Unkosten an einem einheitlichen Maß 
gemessen, d. h. nach einem solchen verteilt werden können, oder 
ob für einzelne Unkosten oder -gruppen die Anwendung verschiedener 
Verteilungsmaßstäbe gerechtfertigt erscheint. Im einzelnen wird in 
den folgenden Paragraphen darauf einzugehen sein. 
Eine für alle Arten industrieller Betriebe gültige Normalformel 
läßt sich bei der Mannigfaltigkeit der Verhältnisse nicht auf stellen.
	        
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