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1) Das Tabaksmonopol.
a. Durch die Einführung des Tabaksmonopols wird keineswegs
ein blühender Industriezweig, wie seine Gegner glauben machen
wollen, zerstört, derselbe kann vielmehr unter einheitlicher und
tüchtiger Leitung noch weit kräftiger entwickelt werden;
b. die deutschen Tabaksbauern werden ferner nicht von Aufkäufern,
welche die Preise auf alle mögliche Weise herabzudrücken suchen,
abhängig sein, sondern es künftig nur mit einem einzigen und
reellen Käufer, dem Staate, zu thun haben und von diesem
der Güte des Produkts entsprechende und vorher vereinbarte
Preise erhalten;
e. die in den Tabakfabriken beschäftigten Arbeiter wären keinen
Lohnschwankungen ausgesetzt und könnten sich überdies gewisser
maßen als Staatsdieucr betrachten, weil sic bei gewissenhafter
Erfüllung ihrer Obliegenheiten nicht nur keine Entlassung zu
befürchten, sondern sogar bei eintretender Arbeitsunfähigkeit
für ihren ferneren Lebensunterhalt, sowie in Krankheits- oder
sonstigen Nothfüllen staatliche Obsorge zu erwarten hätten;
d. die Fabrikanten könnten, da sie für Aufgabe ihres Geschäfts
eine entsprechende Entschädigung erhalten würden, damit unter
Zuhilfenahme der bereits erworbenen Mittel, bei gehöriger
Thatkraft und Umsicht durch Betreibung des Tabaksbaues in
überseeischen Ländern noch gewinnreichere Geschäfte machen,
denn früher als Fabrikanten, weil sie am deutschen Reiche,
welches als Inhaber des Tabaksmonopols mindestens zwei
Fünftel des Bedarfs an Rohtabak von auswärts beziehen
müßte, einen sichern, coulanten und zahlungsfähigen Abnehmer
fänden.
Da die Einführung des Tabaksmvnopols im Hinblick
auf die vom Staate zu lösenden socialen Aufgaben nur eine
Frage der Zeit ist. so dürften die reichsländischen Tabaks
fabrikanten sehr wohl daran thun, wenn sie. womöglich als
Consortium, recht bald zur Erwerbung von zum Tabakbau
Blume, Zukunft-staat. ?