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seins des Menschen das Mindeste gewonnen werden. Die Phrasen
von belebtem Schleim, von den seit Ewigkeit in der Materie liegen
den Bedingungen zu den mechanischen Ursachen der Wirkungen von
den Zellen- und Atomscelen verhüllen nur das Nichtwissen und
bestätigen indirect den Ausspruch unserer größten Philosophen, daß
es unmöglich sei, die seelischen Vorgänge aus den sie begleitenden
materiellen Prozessen zu erklären.
Als sich der Jenenser Professor und die Verbreiter seiner Irr
lehre mit dieser Atomseelenthcorie abermals in eine Sackgasse ver
rannt hatten, wo es mit der Philosophie und dem Wissen zu Ende
war, da trat ein Stuttgarter Gelehrter auf und meinte: Ganz
anders sehe es aus, wenn man die Seele nicht als Bewegungs
erscheinung auffasse, sondern sie für einen eignen Stoff halte und'
zwei Arten desselben annähme, von denen die eine wohlriechend,
Lust, Freude und Wohlbehagen und die andere übelriechend, Unlust,
Wehmuth und Unbehagen erzeuge, sodaß man erstere Lusfftoff und
letztere XXnliiftftoff nennen könne. Um diese neue Seelentheorie vor
den das moralische und sociale Leben des Menschen gefährdenden
Konsequenzen zu bewahren, unterscheidet der Herr Professor zwischen
Seele und Geist. Die Seele, behauptet er, sei etwas Stoffliches,
Materielles, bleibe gern an Baumwolle hängen und lasse sich leicht
in baumwollenem Netz einsangen. Der Geist dagegen sei eine eigne,
unwägbare Substanz, welche, abgelöst von dem ihm umgebenden
Körper, Fortbestand haben könne und müsse, und zwar zunächst
in der bis zur Abwerfung der körperlichen Hülle erworbenen Qualität.
Gegen die Lehre über den Ursprung der organischen Natur,
namentlich über die Entstehung der Arten läßt sich außerdem noch
Folgendes anführen:
1. Bekanntlich ist der ganze Erdkörper, wie gegenwärtig noch die
Sonne, einst eine glühend flüssige Masse gewesen, und bevor
auf ihm die ersten organischen Gebilde entstehen konnten,
mußten erst seine obersten Schichten bis zu einem gewissen
Grade abgekühlt sein. Dieser Zeitpunkt soll nach Wahrschein-