Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

41

immer  mehr  nähere  und  daß  er  dies  zu  bekunden  auch  den
Willen  besitze.
Es  wäre  geradezu  undenkbar  anzunehmen,  daß  kein  Affe
von  diesem  Bewußtsein  und  Können  jemals  Gebrauch  machen
wolle,  sondern  stets  jeder  Versuchung  standhaft  widerstehe,
wenigstens  hin  und  wieder  einen  Beweis  von  seinen  in  der
Menschenähnlichkeit  gemachten  Fortschritten  zu  geben,  sein
Leben  zeitweise  menschenwürdiger  einzurichten,  oder  einmal  zur
Abwechselung  sein  unschönes  Costüm  mit  einem  kleidsameren
zu  vertauschen.
Uebrigens  findet  die  Annahme  einer  Artenumwandlung
und  eines  llnbemerktbleibcns  derselben  in  der  Natur  selbst  ihre
volle  Widerlegung.  Die  Erfahrung  lehrt  uns,  daß  die  Natur
aus  einer  Art  immer  nur  eine  gleiche  Art,  höchstens  in  etwas
veränderter  äußerer  Form  hervorgehen  läßt,  es  entsteht  aus
der  Frucht  der  Eiche,  aus  der  Eichel,  immer  wieder  nur  eine
Elche,  nicht  etwa  eine  Buche  oder  Tonile.  Das  Affengeschlecht
zellgt  stets  nur  Affen,  und  zwar  in  körperlicher  und  geistiger
Beziehung  ganz  ebenso  beschaffen,  wie  die  Erzeuger.  Wo  überhaupt ­
  in  der  Natur  die  geringste  Veränderung  vorkommt,  da
tritt  sic  auch  in  die  äußere  Erscheinung,  der  innere  Prozeß
nur,  durch  welchen  sie  hervorgebracht  wird,  ist  unserm  Auge
nicht  sichtbar,  unfern  Nerven  nicht  fühlbar.  Es  müßte  also
auch  jede  in  der  Art  unb  dem  Wesen  des  Affen  vorgekommene
Veränderung,  durch  welche  er  dem  Menschen  allmählich  ähnlicher ­
  würde,  äußerlich  wahrnehmbar  sein.  Bis  jetzt  hat  sich
jedoch  llicht  die  geringste  Spur  einer  solchen  Veränderung  an
irgend  einer  Affenart  gezeigt.
3.  Bekanntlich  leben  tausendmal  mehr  Menschen  als  Affen  in  der
Welt;  nun  ist  selbst  in  der  neuen  Descendeilzlehre  nicht  bestritten ­
  worden,  daß  aus  einem  Affen  -  Individuum  auch  ein
Menschen-Jndividuum  hervorgehen  könnte,  allein  es  ist  schon
der  Zahl  nach  ilicht  möglich,  daß  jeder  Mensch  ein  Affe  ge-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.