Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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nehmung  verdankt  auch  wahrscheinlich  das  Sprüchwvrt  „In
einem  gesunden  Körper  wohnt  auch  ein  gesunder  Geist"  seinen
Ursprung.  Sind  wir  daher  nicht,  so  fragt  ein  angesehener
Psychologe  und  Philosoph  der  Jetztzeit,  zu  der  Annahme  berechtigt, ­
  das;  Gott  alle  Menschen  mit  einem  gleichen  Maße  von
Geistesanlagen  ausgestattet  hat,  daß  diese  aber  je  nach  dem
Grade  der  Entwickelung  der  ihnen  dienstbaren  Sinneswerkzcuge
mehr  oder  weniger  zur  Geltung  kommen?
Und  in  der  That  spricht  für  die  Richtigkeit  einer  solchen
Annahme  schon  die  Wahrnehmung  an  Kindern,  daß,  je  nachdem ­
  sich  deren  Körpertheile  und  Sinneswerkzeugc  mehr  oder
wertiger  normal  entwickeln,  auch  deren  Geistesanlagen  mehr
oder  minder  klar  und  bestimmt  hervortreten.
Wenn  man  diesen  Erfahrungen  nach  auch  nicht  bestreiten
kann,  daß  das  Selbstwesen  und  die  Selbstständigkeit  des
Menschengeistes  von  den  Zuständen  des  Körpers  und  gewisser
körperlicher  Organe  abhängig  ist,  so  liegt  hierin  nur  ein  Zeugniß
für  die  innige  Verbindung  zwischen  Geist  und  Körper,  keineswegs ­
  wird  aber  durch  diese  Thatsache  die  Frage  über  das
Selbstwesen  des  Menschengeistes  entschieden.  Der  Behauptung
der  Darwinisten,  daß  die  Geisteskräfte  des  Menschen  auf
Rechnung  seines  größeren  und  feinern  Gehirns  zu  schreiben
seien,  stehen  vielmehr  die  festgestellten  Thatsachen  gegenüber,
daß  das  Gehirn  der  rohesten  und  wenig  culturfähigen  Völkerstämme ­
  von  dem  der  cultivirtesten  Rationell  nicht  verschieden
ist,  daß  ferner  ein  Mensch  mit  kleinem  Gehirn  recht  viel,  dagegen ­
  einer  mit  großem  Gehirn  recht  wenig  Geist  besitzen  kann,
llnd  wie  irrig  auch  die  lediglich  aus  falschen  Vorstellungen
von  der  Wirksamkeit  des  Gehirns  hergeleitete  Ansicht  ist,  daß
das  Gehirn  die  Quelle  unserer  Seelen-  und  Geisteskräfte  sei
und  eine  Verletzung  desselben  eine  Schwächling,  wenn  nicht  gar
eine  Vernichtung  dieser  Kräfte  zur  Folge  haben  müsse,  ergiebt
sich  unter  Anderem  aus  folgendem  Vorkommnisse:  Bei  einem
            
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