Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Weiterung  der  Absatzgebiete  für  Produetc  der  Landwirthschaft,  der
Industrie  und  des  Gewerbes  rc.  durch  Gründung  von  Ackerbau-  und
Handelscolonien  bezwecken,  wohlwollend  aufnehmen,  sie  gewissenhaft
und  vorurtheilsfrei  prüfen  und  für  deren  Durchführung  energisch
eintreten,  nicht  aber  in  kindischer  Nachahmung  anderer  staatsfeindlichen
  Parteien  schroff  zurückweisen  sollen,  womit  sie  zugleich  außer
allen  Zweifel  gestellt  haben,  daß  ihnen  das  Wohl  des  Arbeiterstandes
nicht  im  mindesten  am  Herzen  liegt,  sie  vielmehr  ihren  ganzen
Scharfsinn  verwenden,  um  zu  verhindern,  daß  dem  Arbeiterstande
geholfen  und  somit  zufrieden  gestellt  werde,  weil  sie  selbst  dann
nicht  weiter  mit  Erfolg  wühlen  könnten,  es  folglich  mit  ihrem  Einflüsse, ­
  ihrer  Herrschaft  und  ihrem  mühelosen  Erwerb  reichlicher
Existenzmittel  sehr  bald  zu  Ende  gehen  würde.
Mögen  daher  die  Socialdemokraten  es  sich  reiflich  überlegen,
ob  es  nicht  weit  klüger  und  ihrem  wahren  Interesse  mehr  entsprechen ­
  würde,  wenn  sie  künftig  nur  solchen  Männern  ihr  Vertrauen ­
  schenkten  und  sich  von  solchen  vertreten  ließen,  die  ernstlich
und  aufrichtig  gewillt  sind,  mit  Gleichgesinnten  thatsächlich  für
Verbesserung  der  wirthschaftlichen  Lage  der  Arbeiterbevölkerung
zu  wirken  iinb  deshalb  alle  diesem  Zwecke  dienenden  Maßnahmen
energisch  zu  erstreben.

Zweiter  Weit.
1.  Hauptnrsachei,  des  heutigen  socialen  Elends.
Die  nächste  Hauptftage,  welche  uns  in  diesem  Buche  zll  beschäftigen ­
  hat,  wäre:  Wie  können  die  unleugbar  in  fast  allen  Cultnrstaaten
  jetzt  vorhandenen  ungesunden  gesellschaftlichen  Zustände,  die
über  kurz  oder  lang  zu  einer  Revolution,  wie  sie  blutiger  noch  nicht
dagewesen,  führen  und  über  viele  Millionen  von  Menschen  Lod,
Verderben  und  Elend  bringen  müßte,  wieder  normalere  werden?
Die  einzig  richtige  Antwort  auf  diese  Frage  ist  wohl  die,  daß  man,
die  Ursachen  oder  nündestens  die  Hauptursachen  der  socialen  Krank-
            
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