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hat die Verleihung; sie erfolgt an junge Leute, welche bereits 1 Jahr
an der Universität Breslau studiren und von denen bereits wiffenschaft-
liche Leistungen vorliegen.
Jüdische Aussteuer-Stiftung zu Dentsch-Eylau.
Von dem t Kaspar Laaser Stein und dessen Ehefrau Kos che geb.
Joachim 1847 durch Ueberwcisung mehrerer Wohnhäuser und Grund
stücke im Werthe von etwa 1100 Thlr. gestiftet, welche vom Magistrat
verwaltet und deren Revenüen-Uebcrschüste zur Ausstattung armer jü
discher Mädchen zunächst aus den Familien der Erblasser, wenn diese
aber ausgestorben sein sollten, armer in Dentsch-Eylau geborner Mäd
chen aus andern jüdischen Familien verwendet werden sollen.
Jüdische Gemeinde Knaben-Schule zu Berlin.
Ein altes Institut, in einem 1862 neu erbauten Hause der Großen
Hamburger Straße, das den armen Schülern freien Unterricht, Bücher,
Kleidungsstücke rc. gewährt. Die Anstalt nimmt etwa 3200 Thlr. Schul
geld ein und erhält 4000 Thlr. Zuschuß von der jüdischen Gemeinde.
Vgl. Itzigschc Frcischule, Talmud-Thora-Jnstitut, Talmud-Verein rc.
Jüdische Gemeinde-Töchter Schule zn Berlin.
Sie ist 1835 begründet und besteht aus sechs Klaffen mit etwa 300
Schülerinnen, die zum Theil ein geringes, zum Theil gar kein Schul
geld zahlen. Mehrere Frauen der jüdischen Gemeinde sind, besonders
zur Beaufsichtigung der weiblichen Handarbeiten, als Ehrcnfrauen wirk
sam, besuchen abwechselnd den Unterricht und liefern den ärmeren Schü
lerinnen Materialien zu den Handarbeiten, wie denn auch Beiträge von
Wohlthätern nicht fehlen, um fleißigen Schülerinnen Prämien und ab
gehenden Schülerinnen Unterstützungen zu gewähren. Die 1841 t
Rechn Jtzig vermachte der Schule, insoweit diese als Armen-Schulc
zu betrachten, für die Dauer ihres Bestehens eine Jahresrente von
100 Thlr. Wittwe Sara Levy geb. Jtzig (+ 1854) lcgirte 1000Thlr.
Jüdische «rankenverpflegung»- und Beerdigung« Gesellschaft (Chchra KadilUcha)
zu Breslau.
1725 unter dem Namen „Krankenbesuchs- und Krankenverpflegungs
Anstalt" gestiftet, bezweckt sie trostende Besuche der an körperlichen Ge
brechen leidenden Personen ohne Unterschied des Standes und Geschlechts;
geistliche und leibliche Pflege armer Kranken, Beerdigung der Verstor
benen, bei Armen auf Kosten der Stiftung. Die Gesellschaft hat 1864
neue Statuten erhalten; der Legaten-Fonds beträgt etwa 80,000 Thlr.,
das jährliche Bedürfniß 17—18,000 Thlr. Vgl. Epstein, Fränkel,
Friedenthal rc.
Jüdische Waisen Anstalt zu Posen,
begründet zu End» 1835 mit Hülfe einer Schenkung der Stadtgemeinde
Posen von 2000 Thlr., zum Andenken an die der Stadt verliehene
Städte-Ordnung von der Stadtverordneten-Versammlung am 8. Dec.
1833 beschlossen. Die Zinsen des Kapitals werden mit jährlich 100
Thlr. aus der Kämmerei-Kaffe gezahlt. Die Anstalt erhielt ferner eine