Full text : Preußisches Landbuch

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1858  verlegt,  neu  hergestellt,  erweitert  und  auf  100  Betten  berechnet.
Die  Anstalt  hatte  sich  zum  Zweck  ihrer  neuen  Organisation  bedeutender
Bcrmächtlttsie,  Zuwendungen  und  Beiträge  von  Sara  Levy,  Meyer
Magnus,  Leonor  Reichenheim,  A.  Mendelssohn,  A.  Reichenheiin,
  E.  Wal  deck  u.  A.  zu  erfreuen.  Ruben  Marcus  (ş  1843)
setzte  jährlich  100  Thlr.  für  solche  Kranke  aus,  die  fremden  Kommunen
angehören,  wenn  letztere  zur  Unterhaltung  der  Kranken  nicht  im  Stande
sind.  Weid  has  stiftete  (1859)  durch  Ueberweisung  von  1000  Thlr
ein  Krankenbett.  Kammerhcrr  Frhr.  Ferd.  Martin  Y  R  a  st  ru  München ­
  schenkte  (1862)  5600  Thlr.  in  Papieren.  Das  aus  dem  Vermögen ­
  des  Instituts  nicht  zu  befriedigende  Bedürfniß  wird  durch  Zuschüsse ­
  der  jüdischen  Gemeinde  gedeckt.  Vgl.  Goldschmidt.
Jüdisches  Kranken-  und  Siecbenhaus  zu  Lista.
Von  dem  aus  Lista  gebürtigen  Kaufmann  Joseph  Woll  heim  zu  Triest
mit  einem  Kostenauswande  von  mehr  als  5000  Thlr.  hergestellt  und
1859  eingeweiht.  Der  Stifter  wollte  sowohl  die  leidende  Armuth  seiner ­
  Vaterstadt  und  seiner  dortigen  Glaubcnsgenosten  mildern,  als  auch
das  Andenken  seines,  einige  Jahre  früher  in  Triest  verstorbenen  Bruders ­
  Salomon  Woll  heim  ehren.  Die  vom  Stifter  mit  noch  5000
Thlr.  dotirte  Anstalt  wird  unter  Oberaufsicht  des  Magistrats  von  einem
Kuratorium  verwaltet  und  die  Stiftungs-Urkunde  enthält  die  Bitte,
daß  am  Todestage  des  Salomo»  Woll  heim,  der  Eltern  und  Angehörigen, ­
  sowie  dereinst  am  Todestage  des  Stifters  jährlich  die  'am
Gedenktage  Verstorbener  üblichen  Gebete  gesprochen  werden  möchten.
Jüdische«  Waisenhaus  zu  Danzig.
von  dem  Kaufmann  Sc  mon  zu  London  durch  Ueberweisung  eines
Kapitals  von  10,000  Thlr.  im  Jahre  1857  begründet.
Jüdisches  Waisenhaus  zu  Guttentag.
von  der  1855  verstorbenen  Wittwe  Johanna  Fried  l  ändcr,  geb.
Schöuwald  zu  Leobschütz  für  Knaben  und  Mädchen  gegründet.'  Sie
bestimmte,  daß  in  dem  Waisenhause  zwei  Theile  von  ihren  Verwandten,
und  ein  Theil  von  den  Verwandten  ihres  verstorbenen  Ehemannes
Julius  Fri  ed  lander,  unentgeltliche  Erziehung  und  Verpflegung  erhalten ­
  sollen.  Dotation  18,000  Thlr.
Jüdisches  Waisenhaus  zu  Paderborn.
Die  Bestimmung  dieses  auf  Anregung  von  Fanny  Nathan  begründeten ­
  Instituts  ist,  jüdische  Waisenkinder  beiderlei  Geschlechts,  zunächst
aus  der  Provinz  West  pH  al  en  unentgeltlich  zu  verpflegen,  zu  erziehen, ­
  ihren  leiblichen  und  geistigen  Bedürfnissen  abzuhelfen,  die  verlorenen ­
  Eltern  ihnen  zu  ersetzen,  oder  den  Verlust  derselben  ihnen  so
wenig  als  möglich  fühlbar  zu  machen.  An  Beiträgen  zur  Gründung
und  Erhaltung  der  Anstalt  waren  2900  Thlr.  gezeichnet;  1857  war
ein  Vermögen  von  5000  Thlr.  vorhanden;  1859  hat  die  Anstalt  ihre
Wirksamkeit  auf  die  Rhein-Provinz  ausgedehnt;  1860  wurde  ihr
ein  Antheil  an  dem  Rießschen  Legat  (s.  d.)  überwiesen.
            
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