Full text : Preußisches Landbuch

auch  eintreten,  wenn  zum  erstern  Berechtigte  nicht  vorbanden  sind.
Ein  Theil  des  Kapitals  ist  verloren  gegangen,  so  daß  nur  ein  Stipendium ­
  von  30  Thlr.  stiftungsmäßig  an  Studirende  auf  5  Jahre  verliehen ­
  werden  kann.  Im  Jahre  1818  vergrößerte  der  Land-  und  Stadtgerichts-Direktor ­
  H  esst  er  den  Fonds  ans  750  Thlr.,  so  daß  das
zweite  Stipendium  ebenfalls  wieder  besteht  und  mit  30  Thlr.  gezahlt
wird.  Kollator  ist  der  Magistrat.
Klokesche  Stiftung  zu  Erwitte,
begründet  1855  mit  500  Thlr.  von  dem  Dechanten  und  Pfarrer
Kloke.  Die  Zinsen  sollen  an  arme  Schulkinder  im  Kirchspiel,  namentlich ­
  bei  ihrer  Annahme  zur  ersten  Kommunion,  verausgabt  werden.
Immanuel  Gottlieb  Kloß,
Gerber  zu  Görlitz  (t  1842),  vermachte  der  dortigen  Kommune  20,000
Thlr.  zur  Begründung  solcher  Anstalten,  in  welchen  den  Kindern  ortsangehöriger
  Eltern,  welche  wegen  Armuth  oder  sonstiger  Berhältnisse
zur  Erfüllung  ihrer  elterlichen  Verpflichtungen  nicht  befähigt  erscheinen,
vor  dem  schulpflichtigen  Alter  und  während  desselben  in  den  Tagesstunden ­
  Pflege,  Erziehung  und  Unterricht  gegen  die  Berpflichtung  gewährt ­
  wird,  sich  einer  nach  Maßgabe  des  Geschlechts,  des  Alters  und
der  Kräfte  eingerichteten  Beschäftigung  zu  unterziehen,  um  sich  von
früher  Jugend  an  zur  Arbeitsamkeit  zu  gewöhnen.
Kloster  der  armen  Brüder  vom  h.  Franziskus  zu  Aachen.
Ein  Institut,  in  welchem  arme,  noch  nicht  vollständig  vcrwahrlosete
Kinder  (etwa  45)  Schul-Unterricht  genießen  und  außerdem  ein  Handwerk ­
  erlernen.  1861  waren  18  Klosterbrüder  vorhanden.
Kloster  der  armen  Schwestern  vom  h.  Franziskus  zu  Aachen.
Für  Krankenpflege  bei  Armen  in  den  Wohnungen,  von  einer  geistlichen
Genostenschaft  begründet.  Hülflose  und  auf  Abwegen  begriffene  Mädchen ­
  werden  aufgenommen,  gebessert  und  anderweit  untergebracht,  auch
unterstützen  die  Schwestern  aus  von  ihnen  besorgten  (Johannis-)  Küchen
bedürftige  Personen  durch  Verabreichung  von  Speisen.  Die  dazu  erforderlichen ­
  Mittel  werden  theils  ans  dem  von  den  Schwestern  beigebrachten ­
  Vermögen,  theils  aus  milden  Gaben  bestritten.  Das  Kloster
enthielt  1861  74  Personen,  welche  Ordensgelübde  abgelegt  hatten  und
9  Novizen.
Kloster  zum  guten  Hirten  in  Aachen,
1848  von  den  Schwestern  Fey  und  anderen  Damen  als  eine  Stätte
der  Zuflucht  und  Umkehr  für  gefallene  Mädchen  katholischer  Konfession
begründet  und  dotirt.  Das  Institut  hat  Korporations-Rechte  und  die
Schwestern  erstrecken  ihre  Thätigkeit  auch  auf  das  Arrest-  und  Korrektionshaus. ­

Kloster  Apollinarisberg  (Ahrweiler).
Die  Propstei  Apollinarisberg  wurde  im  12ten  Jahrhundert  gegründet
und  ist  noch  jetzt  ein  besuchter  Wallfahrts-Ort.  Sic  kam  1836  in
            
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