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Horwitzki daselbst, 3) der Dr. Schustein geb. Horwitz zu Lands«
berg a. W., 4) den Gebrüdern Joseph und Moses H orw i tz zu Pyritz
verwandt und über 16 Jahre alt ist, Behufs einer Braut-Aussteuer
zu verloosen. Die Ausführung des Testaments ist dem Vorstände der
Synagogen-Gemeinde übertragen und hat die erste Verloosung für die
Jahre 18§-® am 2. Juni 1862 stattgefunden.
Provinzial-Arbeits-Anstalt und Land-Armenhaus zu Brauweiler.
Ein ständisches Institut, das im Jahre 1861 545 Häuslinge enthielt.
Der bei demselben bestehende „Pensions-Fonds", ist mit einer Unter-
stützung von 2000 Thlr. aus ständisches Fonds begründet, um den
definitiv angestellten Beamten der Anstalt, welche ihr Dienst-Einkommen
aus Anstalts-Fonds beziehen, mit Einschluß der Handwerksmeister,
nach zurückgelegtem 15ten Dicnstjahre und nach pstichtmäßiger Dienst-
führung durch Schwächung der Geistes- und Körperkräfte dienstunfähig
geworden sind, eine lebenslängliche Pension zu zahlen. Die 2000
Thlr. bilden einen zinsbar anzulegenden Stamm-Fonds, zu welchem j
pCt. der jährlich von den Gemeinden nach der Abrechnung auszu
bringenden Beiträge so lange fließen, bis er 10,000 Thlr. enthält.
Etwanige Zuschüsse leistet der allgemeine Fonds der Anstalt. Minimum
der Pension 72 Thlr. jährlich. Die Beamten zahlen Beiträge nach
den für die Staatsdienèr bestehenden Bestimniungen.
Provinzial-Darlehnö-Kasse zu Breslau.
Ein ständisches Provinzial-Jnstitut, im Jahre 1854 begründet und mit
500,000 Thlr. dotirt, um zunächst den damals durch Hochwasier be
schädigten Gemeinden und Grundbesitzern durch Darlehue zu helfen. Die
Geschäfte werden durch ein in Breslau bestehendes Direktorium und
eine provinzial-ständischen Kommission nach dem Statut vom 5. De
cember 1854 (Rauer, Neue ständische Gesetzgebung S. 390) besorgt.
Der Fonds belief sich Ende 1863 auf 640,974 Thir., Ende 1864 'ist
der Antheil der Ober-Lausitz an deniselbcn abgezweigt und dem Kom-
munal-Landtage zur eigenen Verwaltung überwiesen worden.
Provinzial Gewerbeschule zu Liegnip.
Bei ihr besteht seit 1864 eine Stiftung zur Unterstützung bedürftiger
und würdiger Schüler mit einem Kapital von 1154 Thlr. Dieser
Fonds, auf dessen Vergrößerung Bedacht genommen werden wird, hat
den Zweck, arnien und würdigen Schülern den Besuch der Provinzial-
Gewerbschulc zu ermöglichen, resp. zu erleichtern. Das Kuratorium
der Schule entscheidet über Betrag, Art und Dauer der Unterstützung,
sowie über die Person des zu Unterstützenden. Vorzugsweise zur Be
rücksichtigung geeignet sind: 1) die Hinterbliebenen solcher Personen,
welche durch Schenkungen, Vermächtnisse, regelmäßige Beiträge rc. zur
Bildung des Fonds beigetragen haben oder noch beitragen, dann 2)
Waisen überhaupt und zuletzt 3) Söhne unbemittelter Eltern; bei der
Konkurrenz mehrerer sonst gleichberechtigter Bewerber hat derjenige den
Vorzug, welcher in Liegnitz seinen Wohnsitz hat. Die Stiftung wird