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Bielefeldsche Stiftung zu Hamm,
von dem pensionirten Landrath Bielefeld (f 1. März 1848 in Kob
lenz) begründet. Er bestimmte letztwillig, daß sein ganzes Vermögen
(etwa 12,000 Thlr.) nach dem Tode seiner Ehegattin, der Nutznießerin,
dem Magistrat zu Hamm behufs Errichtung einer Stiftung zur Unter
stützung unverschuldet in Noth oder Dürftigkeit gerathener der Stadt
bereits längere Zeit angehörigen Handwerker zur Verwaltung übergeben
werden solle.
Wilh. Ludw. Sigism. Biclitz,
Domkapitels-Verwalter und Rendant, Kirchenrath zu Berlin (gest.
14. Mai 1831) legirte der Domkirche daselbst 50,000 Thlr. Die
Zinsen werden in Pensionen zu 50 Thlr. an 12 Jungfrauen und eben
so viele Bürger vertheilt.
Bier,
Rentier zu Berlin, schenkte im 1.1854 der dortigen ArbeitsHans-Schule
100 Thlr., welche nach seiner Bestimmung zinsbar untergebracht sind.
Die Zinsen dienen zum Ankauf von Bibeln und Gesangbüchern für
Kinder, welche in der Anstalt eingesegnet werden, fleißig gewesen sind
und sich gut geführt haben.
Bierwolffsches Stipendium,
von dem Rcchtsverwandten Martin Bierwolff für studirende Des
cendenten seiner Brüder und Schwestern gestiftet und in deren Er
mangelung auch an fremde Studirckldc zu vergeben. Die Verwaltung
steht dem Magistrat in Königsberg zu.
Bießsches Vermächtniß.
Frau Rittergutsbesitzer Bicß resp. deren Kinder zu Ossig (Lüben)
legirten der dortigen evang. Schule 50 resp. 25 Thlr. Die Zinsen ,
sollen zu Prämien bei der Schulprüfung, bestehend in 2 Bibeln für
das fleißigste und sittsamste Mädchen und den fleißigsten und gesittetsten
Knaben bei ihrem Abgänge von der Schule, der etwaige Ueberschuß
aber zu Schreibmaterialien für arme Kinder verwendet werden.
Bildungs-Anstalt für ev. Gouvernanten zu Dreyßig.
Die Hauptaufgabe dieser von dem Herrn Fürsten von Schönburg-Wal-
deuburg im Anschluß an das Lehrerinnen-Seminar zu Droyßig (s- d.)
errichteten Anstalt ist, für den höheren Lehrerinnen-Beruf geeignete
evang. Jungfrauen in christlicher Wahrheit und in christlichem Leben
zu begründen und sie theoretisch und praktisch mit einer guten einfachen
Unterrichts- und Erziehungökunst bekamlt zu machen, in welcher Be
ziehung sie in dem mit dem Institut in enger Verbindung stehenden
Pensionat für Töchter höherer Stände (s. d.) lehrend und erziehend mit
beschäftigt werden. Ein besonderes Gewicht wird auf die Ausbildung
in der französischen und englischen Sprache, sowie in der Musik ge
legt. Geborene Engländerinnen und Französinnen leiten namentlich die
Konversation in den genannten Sprachen. Der Unterricht in Geschichte,